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Juni 09, 2013 Redaktion Allgemein, Wildtiere 7
Offensichtlich sind es nicht nur wir Menschen, die die Annehmlichkeiten der Zivilisation zu schätzen wissen. Nein, auch Tauben würden U-Bahn fahren, um so den Angriffen von Falken zu entgehen …
Darum, und um andere Tiere, die sich im „Großstadtdschungel“ sichtlich wohl fühlen, geht es in der WDR-Doku „Wildes London“, die am 11. Juni ausgestrahlt wird. Auch um eine alte Dame, die sich, so der Ausblick der Programm-Zeitschrift „Funk Uhr“, mit einer Füchsin angefreundet hat.
Tatsächlich können sich auch Tiere in unseren Beton-Wüsten durchaus wohl fühlen. Oder, zumindest, ihr Leben so einrichten, das sie gut mit den Gegebenheiten der Großstädte klar kommen. Allen voran die Vögel. Amseln etwa sind typische Opportunisten, die sich auch mit kleinsten Grünflächen arrangieren und selbst unmittelbar in Hausnähe, in den Eibenhecken unserer Vorgärten, brüten.
Auch viele Möwen „verkommen“ regelrecht zu Städtern, die, statt längs des Wassers zu patrouillieren, plötzlich die Müllkippen durchwühlen. Logisch, dass dieses Thema auch immer wieder von den Medien thematisiert wird. So berichtete (http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/die-grossstadt-voegel-1.2894025) RP Online Sommer letzten Jahres über die Großstadtvögel und darüber, dass Meisen heute in Ampelmasten nisten, Elstern ihre Pommes lieben und Stare Handyklingeln imitieren. Oder aber die Trillerpfeife des Schiedsrichters, eine Unart die einen Star, der gleich mehrere Fußballspiele eigenmächtig abpfiff, weltberühmt gemacht hat!
Tatsächlich ist bekannt, dass auch Spechte ihre Trommelwirbel heute durchaus mal auf Laternenmasten zelebrieren – jedenfalls jene, mit denen sie ihr Revier markieren wollen. Dabei gibt es auch, mitten in unseren Städten, noch Areale, die fast natürlich daher kommen. Die alten Waldfriedhöfe etwa, die nicht nur für die Gefiederten einem Eldorado gleichkommen. Denn die Gottesäcker sind „grüne Lungen“ im Innenstadtbereich, die auch von Senioren häufig für einen Spaziergang und zum Frischlufttanken benutzt werden. Und so finden sich gerade hier oftmals halbzahme Meisen und Eichhörnchen, die Nüsse aus der Hand nehmen, während sich im Unterholz auch Igel und Kröten sichtlich wohl fühlen.
Ja, es ziehe immer mehr Wildtiere in die Nähe der Menschen, bestätigt (http://www.planet-wissen.de/natur_technik/tier_und_mensch/tiere_der_stadt/index.jsp) auch Planet Wissen unter dem Motto „Tschüss Landleben“, wo die Autoren sogar folgende Devise ausgeben: „Je größer eine Stadt, desto vielfältiger ist ihr Tierleben!“ Entscheidend sei das Futterangebot, das dem, was eintönige Felder und Monokulturen bieten können, bei weitem überlegen sei. Und so müssen wir uns wohl daran gewöhnen, dass Füchse und Waschbären unsere Mülltonnen durchwühlen und so, trotz ihres unnatürlichen Verhaltens, ganz gut leben (können) und vor allem satt werden.
Apropos Waschbär: Der hat natürlich hier in Europa, genau genommen, nichts zu suchen und ist erst als Neozoon (Neueinwanderer) Mitte des 20. Jahrhunderts aus Nordamerika eingeführt werden. Und kann, in Gärten und Lauben, jede Menge Unsinn anstellen. Tatsächlich betrachten viele Biologen und Naturschützer jene Neuankömmlinge mit Skepsis: „Er ist ein Kilo schwer und nervt mit dumpfem Gebrüll“, sieht (http://www.bund.net/themen_und_projekte/artenschutz/amphibien/bedrohung_schutz/gefahr_ochsenfrosch) der BUND im Ochsenfrosch alles andere als einen verzauberten Prinzen. Auch der wurde aus dem fernen Amerika nach Deutschland eingeschleppt und finde sich heute, unter anderem, in der Lüneburger Heide, wo er einst in Sachen Froschschenkel gehalten wurde. Das Problem: Die Tiere sind mit einem derart formidablen Appetit gesegnet, dass sie unsere Feuchtgebiete regelrecht leer fressen. Und, laut bund.net, nicht mal vor Eidechsen, anderen Fröschen oder gar Jungenten Halt machen!
Selbst allgemeine Online-lexika wie Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Neozoen_in_Deutschland) befassen sich daher heute mit dieser Thematik und erstellen Neozoen-Listen, zu deren Kreis auch die Halsbandsittiche gezählt werden müssen. Die bilden längst größere und stabile Populationen in Düsseldorf, Ludwigshafen oder Mannheim. Ja, viele Tiere – auch Exoten -, können durchaus im Großstadtdschungel und zwischen Hochhäusern überleben.
Copyright by Peter Hoffmann
Fotos: Peter Hoffmann
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