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Juni 20, 2013 Redaktion Exoten 2
Selbst Rob(ert Harold) Bredl, der barfüßige Reptilienspezialist und Buschmann aus Australien, zeigte sich sehr beeindruckt, als er zum ersten Mal eine Krustenechse in der Hand hielt …
Logisch, dass der Dokumentarfilmer auch diese Echse, wie so ziemlich jedes Gifttier, ungeniert angefasst hat. Denn Angst vor Schlangen oder Skorpionen ist dem Autor von „Killer Instinct“ bekanntlich fremd.
Dabei galten die Krustenechsen Nordamerikas lange Zeit als die einzigen giftigen Echsen, die den Biologen bekannt waren. Eine Sichtweise, die sich heute ein wenig gewandelt hat. So ist bekannt, dass auch Bisse von Waranen oder Kaimanen oft schwere Komplikationen nach sich ziehen. Und das schon allein deshalb, weil im Maul der Fleischfresser meist Essenreste vor sich hingammeln, so dass, bei jedem Biss, zahllose Erreger in die Wunde geschwemmt werden. Eine Erkenntnis, die auch in den einschlägigen Fachforen (http://www.dghtserver.de/foren/showthread.php?t=88922) immer wieder thematisiert wird.
Nicht umsonst warnt auch die Aktion Tier vor einem allzu leichtfertigen Umgang mit den Exoten: „Nilwaran beißt Besitzer“, titelte (http://www.aktiontier.org/index.php?m=8&id=411&sub=802) man hier 2010. Speziell in jungen Jahren hätten die Tiere sehr spitze Zähne, mit denen sie entsprechend schwere Verletzungen zufügen können, erklärt Biologin Ursula Bauer: „Außerdem besitzen Warane im Unterkiefer eine Giftdrüse, so dass ihr Speichel toxisch ist!“ Offensichtlich ist es also nicht nur der „faulende“ Speichel, der einen Biss der Tiere zur Gefahr macht.
Doch auf Reptilienhalter lauern auch jenseits eines möglichen Bisses Gefahren. So sieht PETA Deutschland eine „Salmonellen-Gefahr durch Reptilien“. Die Tiere seien nämlich häufig Überträger exotischer Salmonellen-Arten, die, im schlimmsten Fall, zu schweren Erkrankungen oder sogar zum Tod führen könnten: „Dies betrifft nicht nur die Privathaltung, sondern auch den Besuch von Tierbörsen oder Reptilienausstellungen“, warnen (http://www.peta.de/salmonellen) die Tierschützer.
Eine Gefahr, die auch das Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Veterinärmedizin bestätigt (http://www.bfr.bund.de/cm/343/reptilien.pdf). Ja, die Salmonellose sei eine der häufigsten Zoonosen (= vom Tier zum Mensch übertragene Infektionskrankheit) weltweit: „Als Erregerreservoir für Kontaktinfektionen kommen auch – bisher relativ wenig beachtet – exotische Kleintiere in Betracht!“ Hier sieht man dann vor allem in den Spiel- und „Schmusetieren“, wie Schildkröten und Leguanen, eine große Gefahr.
Tatsächlich sind, nach Ansicht vieler Experten, nämlich vor allem kleinere Kinder und Senioren gefährdet und sollten einen allzu engen Kontakt mit Reptilien vermeiden. Immerhin geht das Robert-Koch-Institut davon aus, dass 80 bis 90 Prozent aller Reptilien Salmonellen ausscheiden. Und das, ohne selbst Krankheitssymptome zu zeigen!
Das Tierheim Kronach (http://www.tierheim-kronach.de/nachrichten/gesundheitsgefahr-durch-reptilienhaltung-bislang-unterschaetzt/) sieht in der Reptilienhaltung daher eine unterschätzte Gefahr, die bei kleinen Kindern, schwangeren Frauen und alten Menschen tödlich enden kann. Trinkgefäße oder andere Einrichtungsgegenstände aus dem Terrarium dürfen aus diesem Grund niemals in der Küchenspüle, sondern an einem eigenen Becken im Keller gereinigt werden. Und selbst das muss dann, im Nachgang, desinfiziert werden.
Vorsicht ist natürlich auch beim Freilauf im Zimmer (bei manchen Arten durchaus üblich) geboten. Zudem sollten nach Arbeiten im Becken – an sich selbstverständlich – Hände und Arme gründlich gereinigt werden!
Nicht nur Schlangen, sondern auch scheinbar harmlose Reptilien wie Schildkröten können für uns Menschen zu einer Gefahr werden. Umsicht und Vorsicht im Umgang mit Reptilien ist daher jedem Halter zu empfehlen!
Copyright by Peter Hoffmann
Foto: Peter Hoffmann
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