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Mai 09, 2013 Redaktion Exoten 0
„Selbst Leute, denen es vor Schlangen graust, müssen zugeben, daß diese baumbewohnende Boa ein herrlich gefärbtes Tier ist“ schreibt Wolfgang Bechtle in „Bunte Welt im Terrarium“, einem Klassiker der vivaristischen Fachliteratur, der bereits Anfang der 70er Jahre auf den Markt kam. Nicht umsonst werde der Hundskopfschlinger die schönste aller Schlangen genannt. Die lebt im Amazonasbecken und kann gut zwei, selten auch bis drei Meter lang werden.
Selbst allgemeine Online Lexika wie Wikipedia beschreiben die kräftige grüne Grundfärbung, von der schon Bechtle so geschwärmt hat. Der sieht hier, vor allem im Zusammenspiel mit den unregelmäßigen weißen Flecken, zudem eine ganz hervorragende Tarntracht, die die Schlange, trotz ihrer stattlichen Größe, im Gewirr der Äste und Blätter vor den Blicken ihrer Feinde (Greifvögel und Raubkatzen) geradezu auflöst. Am Bauch variiere die Farbe dann von einem schmutzigen Weiß bis hin zu einem hellen Gelb, heißt es auf Wikipedia, wo zudem angemerkt (http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Hundskopfschlinger) wird, dass Jungtiere bei Ihrer Geburt noch ziegelrot bis rotbraun gefärbt sind!
Die „Bunte Welt im Terrarium“ sieht die Grüne Hundskopfboa, die von den Zoologen Corallus caninus genannt wird, in einem feucht-warmen Regenwaldbecken, und auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bestätigt in einem Gutachten (http://bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtschaft/Tier/Tierhaltung/HaltungReptilien.htm), dass den Tieren die Luftfeuchtigkeit in ihrer Behausung selten hoch genug sein kann. Hier werden Werte von 70 bis 100 Prozent, dazu einige Kletteräste samt Badebacken als Beckeneinrichtung empfohlen.
Das Terrarium selbst sollte dann vor allem in die Höhe gebaut sein und eine Grundfläche von mindestens 1 auf 1,5 Meter aufweisen. Im Leipziger Zoo (http://www.zoo-leipzig.de/unsere-tiere/tier-details/tier/gruener-hundskopfschlinger) leben die Grünen Hundskopfschlinger in einer mit tropischen Pflanzen eingerichteten Vitrine: „Durch ihre grüne Färbung sind die Tiere zwischen den Blättern hervorragend getarnt und oft entdeckt man sie erst nach längerem Hinschauen“, erklären hier die Pfleger. Tatsächlich lässt sich auch das heimische Terrarium für die Tiere mit einer entsprechend robusten Bepflanzung begrünen. Unverzichtbar sind zudem einige stabile und fest verschraubte Kletteräste oder auch Ablagen, die von der Schlange gerne als eine Art Hochsitz genutzt werden. Am besten spendiert man dem Hundskopfschlinger zudem einige Versteckmöglichkeiten in Form von Korkröhren, wie sie der Fachhandel in unterschiedlicher Größe bereithält.
Häufig trifft man die Tiere, sowohl im zoologischen Garten als auch in freier Natur, auf Ästen ruhend, wobei der Körper dann in mehreren Schlingen über die Unterlage „drapiert“ ist. So werden Hundskopfschlinger daher auch auf vielen Fotos dargestellt, was auch damit zusammen hängt, dass wir es hier mit einer hauptsächlich nachtaktiven Schlange zu tun haben. Im Terrarium gelten die Tiere daher als eher ruhige Pfleglinge, die freilich, sobald sie sich bedroht fühlen, blitzschnell zuschnappen. Aufgrund der langen, für die Vogeljagd konzipierten Vorderzähne, können dabei unvorsichtigen Haltern auch schon einmal blutende Wunden zugefügt werden!
Nicht umsonst beschreibt die Expertengruppe des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Hundskopfschlinger als heiklen Pflegling, der eher für Spezialisten in Betracht kommt. Denn trotz des natürlichen Vorkommens in Sumpfgebieten und Gewässernähe darf die benötigte hohe Luftfeuchtigkeit niemals mit Staunässe und/oder stickiger Luft einhergehen. Eine ausreichende Belüftung ist daher unverzichtbar. Auch muss das Bodensubstrat stets locker, nicht aber triefend nass sein, wobei dann viele Halter ihr ureigenes Rezept (angefangen bei einer Mischung aus Torf, Blähton und Rindenmulch bis hin zum wenig(er) dekorativen Zeitungspapier) haben …
Was die Temperatur angeht, sollten die klimatischen Gegebenheiten im Regenwald imitiert werden. Das bedeutet, dass die Grundtemperatur auf ca. 27 Grad Celsius eingestellt wird. Lokale Hotspots können dann auf maximal 30, höchstens 35 Grad erwärmt werden. Auch eine nächtliche Absenkung der Temperatur wird, falls überhaupt, allenfalls sehr dezent erfolgen.
In freier Wildbahn leben Hundskopfschlinger vor allem von Vögeln, wobei auch kleinere Säugetiere überwältigt und gepackt werden. Im Terrarium könn(t)en daher, neben Küken, auch Mäuse, Ratten, oder Hamster als Futtertiere gereicht werden.
Copyright by: Peter Hoffmann
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