Zuletzt aktualisiert September 25th, 2023 9:41 PM
Mai 19, 2013 Redaktion Vögel 0
Früher galt ganz klar die Regel, dass Meise & Co. allenfalls bei Frost durch allerhand Leckereien aus dem Zoofachhandel verwöhnt wurden. Doch heute scheint auch die so genannte Ganzjahresfütterung der Wildvögel zunehmend „salonfähig“ …
Zumindest kennt diese Methode prominente Befürworter, wie wir unlängst auf VOX in der Tier-Doku-Soap „hundkatzemaus“ gehört haben. Denn nicht nur Verhaltensforscher Professor Dr. Peter Berthold, ein bekannter Verfechter der Ganzjahresfütterung, sondern auch Papageienexperte Dr. Matthias Reinschmidt, der Kurator des Loro Parque auf Teneriffa, zeigten (http://www.vox.de/medien/sendungen/hundkatzemaus/2e53a-16d9cd-5ddf-12/vorschau.html) sich über das Treiben an der Futterstelle sehr begeistert. Denn hier tummelten sich neben vermeintlichen Allerweltsarten wie Staren und Sperlingen (die heute freilich ebenfalls rar sind) auch Goldammern und Buntspechte. Bertholds Credo: Wildvögel hätten es in unserer zunehmend ausgeräumten Landschaft heute eben nicht nur im Winter schwer. Ihnen mit einer zusätzlichen Futterration etwas unter die Flügel zu greifen, sei daher bestimmt nicht verkehrt, wobei der Verhaltensforscher besonders zu Meisenknödeln plädiert hat.
Also machen wir einen schweren Denkfehler, wenn wir, sobald der Schnee geschmolzen ist, die Fütterung wieder einstellen? Nicht unbedingt, denn es gibt durchaus Gegner dieser Methode, wie Reinschmidt in seiner Anmoderation bereits eingeräumt hat. So lehnte der NABU 2007, als die Möglichkeiten der Ganzjahresfütterung immer häufiger thematisiert wurden, die Idee strikt ab. Die Natur sei nun mal kein Freiluft-Zoo (http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/tippsfuerdiepraxis/06331.html) und zumal das Futterhäuschen im städtischen Umfeld könne selten mehr als 10 bis 15 Vogelarten, nämlich vor allem Meisen, Finken, Rotkehlchen und Amseln, erreichen. Man solle also mehr an den Ursachen, den schwindenden Lebensräumen, ansetzen: „Gartenbesitzer haben es selbst in der Hand, anstelle einer eintönigen Thujahecke und Einheitsrasen lebendige Vielfalt mit einem reichen natürlichen Nahrungsangebot zu schaffen und Unkrautvernichtungsmittel wie auch Schneckenkorn aus ihrem Garten zu verbannen!“
Tatsächlich plädierte auch Dr. Matthias Reinschmidt dafür, die Ganzjahresfütterung eher als Übergangslösung anzusehen und unserer Natur, den Wildkräutern am Weges- und Ackerrand sowie lebendigen Hecken wieder mehr Raum einzuräumen. Doch zumindest ist es schön zu wissen, dass die Fütterung offensichtlich nicht schaden kann: „Zufütterungen wirken sich auf Jungvögel insgesamt weder positiv noch negativ aus“, bestätigt auch der NABU.
Vom Spatz über die in Weinbergen und Obstgärten gar nicht so beliebten Stare bis hin zu Blau- und Kohlmeise, an der heimischen Futterstelle können wir ganz verschiedene Vögel aus nächster Nähe beobachten und auch fotografieren. Zumindest kann so also die Natur- und Vogelliebe geweckt werden!
Copyright by Peter Hoffmann
Fotos: Peter Hoffmann
Sep. 25, 2023 24
Dez. 01, 2022 1.750
Sep. 27, 2021 441
Sep. 27, 2021 724