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Juli 04, 2013 Redaktion Hunde 0
Es war der Verhaltensforscher und Publizist Vitus B. Dröscher, der mal die Frage „Wie menschlich sind Tiere?“ (Ullstein) gestellt hat. Wobei der Autor auch am Seelenleben unserer (Haus)Tiere stets sehr interessiert schien. Was also passiert, wenn sich „Waldi“ schlafen legt? Kann der Vierbeiner dabei völlig abschalten?
Offensichtlich nicht, wie Untersuchungen, die Prof. Otto v. Frisch an (s)einer Deutsch-Langhaar-Hündin durchführte, nahelegen. Der nämlich schloss das vor sich hindösende Tier an ein EKG (Elektrokardiogramm) an, um dann, unvermittelt, an den Jagdinstinkt des Hundes zu appellieren. Mit erstaunlichem Ergebnis. Denn sobald der Forscher das Reizwort „Katzi“ flüsterte, schnellte der Pulsschlag der Hündin in die Höhe … die Wissenschaftler schlossen daraus, dass unsere Hunde zu besonders heftigen „Gefühlsausbrüchen“ fähig sind. Sich besonders heftig freuen (manche scheinen beim Anblick ihrer geliebten Menschen ja regelrecht auszuflippen!) und auch zu Tode grämen (andere verweigern, beim Tod eines Familienmitglieds, gar die Futteraufnahme) können und, selbst im Schlaf, bestimmte „Feindbilder“, wie den Postboten, noch wahrnehmen.
Doch natürlich liegt es auch an uns Menschen, wie (gut) unsere Hunde schlafen. Einige Tierheime verweigern sogar die Abgabe von Hunden, wenn die aus dem Schlafzimmer ihrer Besitzer ausgesperrt und damit genötigt werden, allein im Flur zu ruhen … Das mag, für viele, natürlich ein wenig übertrieben daher kommen. Doch ohne Frage gibt es bestimmte Anforderungen, die an ein geeignetes Quartier für „Bello“ gestellt werden:
Zum einen muss der Platz gut geschützt und darf weder zugig noch zu laut sein. Zum anderen lieben es Hunde natürlich, ihre Rudelmitglieder auch beim Nickerchen in ihrer Nähe zu wissen. In der Tat sollten die Decke oder der Schlafkorb also nicht in ein unbewohntes Zimmer verbannt werden!
Häufig genießt es Bello zudem, wenn ihm eine Art Höhle gebaut wird. Kleinere Vierbeiner kriechen daher schon mal unter das Bett. Auch der Schreibtisch, zu Füßen des arbeitenden Herrchens oder Frauchens, wird für viele d e r Hit sein. Natürlich auch Sofa und Bett, sofern diese erlaubt sind. Hier gilt es natürlich zu bedenken, dass zumal größere Rassen, die zusammen mit uns nächtigen, einem geruhsamen Schlaf nicht gerade zuträglich sind. Und selbst kleine Hunde können sich derart „breit“ machen, dass man sich als Mensch wie ein Gast und eben noch geduldet im eigenen Bett fühlt … drum wehret den Anfängen, denn was Mäxchen nicht kann, lernt Max so schnell nicht mehr.
Welpen kann man daher mit einer lauwarmen Wärmeflasche, vielleicht auch einer tickenden Uhr (die den Herzschlag der Mutterhündin imitiert), die ersten Nächte versüßen. So verhindert man, dass sie jämmerlich fiepen, und bald wird der Kleine in seinem Körbchen am Fußende unseres Bettes problemlos durchschlafen.
Generell ist es so, dass Hunde und Raubtiere mehr als wir Menschen schlafen. 12 Stunden und mehr sind keine Seltenheit, und so kommt es, dass Halter in den einschlägigen Foren immer wieder die Frage stellen, wie viel Ruhebedürfnis bei einem Hund denn noch normal ist!? Tatsächlich kann, wenn ein ehemals sehr agiler Hund plötzlich mehr als früher (aus)ruhen muss, nämlich auch ein gesundheitliches Problem (etwa am Herzen) in der Luft liegen. Ggf. wird man das Tier also einer Klinik oder einem Tierarzt vorstellen!
So lässt sich`s prima ruhen. Das Bett sollte für den Vierbeiner dann aber doch tabu sein!
Copyright by Peter Hoffmann
Foto: Peter Hoffmann
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