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Nov. 13, 2013 Redaktion Allgemein 0
Auf RTL aktuell ist unlängst das Aussterben bekannter und bis dato sehr beliebter Hunderassen thematisiert worden. Betroffen sind davon auch jene, die lange Zeit ganz fürstlich in Palästen gewohnt haben. Denn auch die Zeit der Welsh Corgis, der Lieblingshunde der Queen, könnte nun bald vorbei sein, nachdem „Her Majesty“ ihre Zucht aufgab …
Die seien wie geschaffen für Leute, „die sich in einen kleinen Schäferhund mit Fuchsgesicht verlieben“ (können), heißt es im GU Hundebuch von Hans-J. Ullmann, einem Klassiker aus den 1980 er Jahren, wobei bereits hier der Autor anmerkt, dass die Hunde (mit ihrem langgestreckten Körper) für eine Etagenwohnung ohne Lift wohl kaum in Betracht kämen.
Zudem bräuchten Corgis eine Ersatzbeschäftigung für ihren früheren „Beruf“. Denn sonst kommen die, wie die meisten Hütehunde, rasch auf dumme Gedanken … tatsächlich bestätigte auch eine Züchterin den RTL-Reportern, dass die Rasse „ziemlich speziell“ ist.
Das gilt wohl auch für den Spitz, eine uralte deutsche Rasse, die heute vom Aussterben bedroht ist. Vielleicht, weil der, wie ein Vertreter vom Verband für das Deutsche Hundewesen argwöhnte, seinen Fang oftmals zu voll nimmt. Will meinen: Der Spitz bellt gerne, laut und oft, was folglich so manchem Halter derben Ärger mit seiner Nachbarschaft beschert hat.
Als gefährdet gilt eine Hunderasse übrigens dann, wenn jährlich nur noch 300 registrierte Welpen zur Welt kommen. Dazu zählen auch der Deutsche Pinscher oder der Appenzeller Sennenhund … ein Schicksal, das andere ehemals bedeutsame Haus- und Nutztierrassen schon lange ereilt hat.
Tatsächlich haben selbst allgemeine Online Lexika wie Wikipedia heute eine Liste gefährdeter Nutztierrassen eingestellt und wählt die „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen“ (http://www.g-e-h.de/geh/index.php) ein gefährdetes Nutztier des Jahres, das heuer ein Schaf ist. Denn auch das Leineschaf, ein Spezialist am Leinefluss, sei heute stark gefährdet, „eine attraktive und sehr seltene Landschafrasse, die ursprünglich im Leinebergland zwischen Göttingen und Hannover sowie im thüringischen Eichsfeld vermehrt wurde.“
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Gefährdet ist nach Auskunft des botanisch-zoologischen Gartens Wilhelma in Stuttgart aber auch der Poitou-Esel, die größte Eselrasse der Welt. Deren Hengste erreichen ein beeindruckendes Stockmaß (Schulterhöhe) von über 1,50 Metern: „Gezüchtet wurden sie vermutlich schon vor dem 11. Jahrhundert, ihre Blütezeit erreichten sie zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert!“
Benannt sind die Tiere übrigens nach der Grafschaft Poitou im Westen Frankreichs, obwohl sie im ganzen Land sehr verbreitet und beliebt waren. Und das aus gutem Grund: „Denn je größer die Esel, desto größer waren auch die Maultiere, die beim Kreuzen mit Pferden entstanden“, wissen die Wilhelma-Pfleger, warum die Esel einst bis in die USA exportiert wurden.
„Dann jedoch folgten Zeiten, in denen die Motorkraft die Pferde- und Eselstärken und somit deren natürliche Lieferanten verdrängte!“ Und so ist es allein einigen französische Bauern zu verdanken, die selbst stur wie ihre Esel waren und ihre zottigen Freunde keinesfalls aufzugeben wollten, dass die Rasse bis heute überlebt hat:
„Dank des 1988 gegründeten Zuchtverbands, dank privater Züchter und Zoos gibt es heute wieder rund 400 Tiere“, erklärt (http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2011/13072011-poitouesel.html) die Pressestelle der Wilhelma, weiß jedoch, dass damit der Bestand noch nicht wirklich gesichert ist.
Im Saarbrücker Zoo, aber auch auf dem Schaubauernhof der Wilhelma in Stuttgart, trifft man noch auf die zotteligen und liebenswerten Poitou-Esel!
Copyright by: Peter Hoffmann
Foto: Peter Hoffmann
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