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Sep. 10, 2013 Redaktion Tierschutz 4
Unlängst sind der illegale Hundehandel, das Leid dieser Welpen und die Probleme mit den vermeintlichen Schnäppchen aus Osteuropa in der Tier-Dokumentation „hundkatzemaus“ auf VOX noch einmal ausdrücklich thematisiert worden …
Ein Thema, bei dem – abgesehen vom unsagbaren Leid der Tiere -, auch und gerade arglose Halter stets aufs Neue getäuscht werden. Denn diese meist kranken Welpen würden, wie Tierschutzexperte Frank Weber ausführte, im Verlauf ihres Lebens den neuen Besitzer unweigerlich eine riesige Summe an Geld kosten. Tatsächlich sind es Folge- und Tierartkosten von vielen tausend Euro, die hier oftmals im Raum stehen!
Das große Geld machen dabei die Zwischenhändler, die Modehunde für 40 oder 50 Euro aufkaufen und diese dann, je nach Rasse, in Westeuropa für 400 bis 600 Euro an ahnungslose Interessenten verhökern. Die lassen sich von dem scheinbar unschlagbar billigen Angebot täuschen und wissen nicht, dass sie sich einen kränkelnden, allzu früh der Mutter entrissenen Welpen ins Haus holen. Mitunter würden diese Welpen auch regelrecht fit gespritzt und würden dann, nach 14 Tagen, bei ihren neuen Besitzen immer schwächer werden, ereiferte sich Weber, der zudem die Gefahr sieht, dass wir uns mit diesen weder gewurmten noch geimpften Tieren gefährliche Infektionskrankheiten, wir die tödliche Staupe, zurück ins Land holen … ein Riesenthema für den Tierschutz und eine große Problematik (der heute so offenen Grenzen), die auch den allgemeinen Medien immer wieder einen Bericht wert ist:
„Illegaler Hundehandel boomt“, titelten (http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/region-bayern/welpen-als-ware-illegaler-hundehandel-boomt-1.83061) zum Beispiel die Nürnberger Nachrichten und argwöhnten, dass die Welpen, für viele dieser Züchter und Zwischenhändler, ausschließlich als Ware daher kommen. Ja, da sei auch der „Ausschuss“ bereits einkalkuliert, erklärte Weber auf VOX, während das Portal nordbayern.de argwöhnt, dass die Behörden oftmals machtlos sind. Denn bereits das Durchsetzen von Bußgeldern sei schwierig. Tatsächlich ist es kaum bis gar nicht möglich, die in Ungarn oder anderen osteuropäischen Staaten ansässigen Züchter zur Rechenschaft zu ziehen.
Wobei, wie VOX in seiner oben genannten Sendung klar stellt, mitunter auch Deutsche, Franzosen oder andere Westeuropäer, die die Tiere billig vor Ort aufkaufen und dann hierzulande anbieten, das große Geld machen. Es ist nämlich keineswegs so, dass die Ostblock-Welpen stets von ihren neuen Besitzern als Kofferraumwelpen im Ausland gekauft und dann selbst importiert werden. Vielmehr sind auch die Zwischenhändler und die Massentransporte ein Mega-Problem:
„In dem Wagen befanden sich elf Welpen in Transportkisten – offensichtlich handelte es sich um einen Fall von illegalem Hundehandel“, berichtete (http://www.derwesten.de/staedte/essen/kettwig/illegaler-hundehandel-id676310.html) zum Beispiel derwsten.de, nachdem ein Polizist, der eigentlich auf dem Weg zur Arbeit war, vom jämmerlichen Winseln und Kläffen, das aus einem Transporter kam, alarmiert wurde. Dabei wird „produziert“ und geliefert, was gerade „in“ ist. Derzeit häufig französische Bulldoggen, eine Rasse, die ohnehin schon manch gesundheitliches Problem hat. Leicht vorstellbar, was passiert, wenn das Tier nur noch eine Ware ist, in Masse und ohne Rücksicht auf Inzucht (bei vielen dieser Hundevermehrer leider gang und gebe!) vermehrt wird.
Helfen kann letztendlich nur, derartige Lockangebote zu ignorieren. Jedenfalls sollte man, bzw. Frau, bei allzu preiswerten Angeboten stets skeptisch sein. Zumal dann, wenn gleich mehrere Rassen angeboten werden (seriöse Züchter neigen nämlich dazu, sich einer Rasse, dieser dann aber auch mit „Haut und Haaren“, zu verschreiben) und/oder die Herkunft der Tiere auch nur ansatzweise suspekt ist. Ja, gerade in Kleinanzeigen und im Internet würden häufig Welpen aus „Hundefabriken“ aus dem Ausland angeboten, argwöhnt (http://tierfreundeleipzig.de.tl/Illegaler-Hundehandel-.htm) „Tierfreunde Leipzig“. Zumal zur Weihnachtszeit sei dann ein Anstieg der illegalen Welpenverkäufe zu befürchten.
In der Tat raten auch Tierschützer dazu, niemals Welpen, auch nicht aus Mitleid, aus dem Kofferraum eines fahrenden Ostblockhändlers zu kaufen. Auch sollte man inländische, unseriös wirkende Angebote konsequent ignorieren. Denn nur so lässt sich dieser Markt austrocknen!
Bei seriösen Züchtern können wir die Welpen bereits dann, wenn sie noch gesäugt werden, besuchen. Meist ist es ausdrücklich erwünscht, dass die Halter in spe dann schon mit 6 oder 7 Wochen, noch eher der Hund abgegeben wird, regelmäßig vorbei schauen und mit ihrem zukünftigen Welpen spielen. So kann sich der Hund bereits an seinen zukünftigen Besitzer und dessen Geruch gewöhnen und schon eine Beziehung aufbauen!
Copyright by: Peter Hoffmann
Fotos: Peter Hoffmann
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