Zuletzt aktualisiert September 25th, 2023 9:41 PM
Juli 07, 2017 Manuela Vogt Vögel, Wildtiere 0
Auch wenn es für Tiere im ländlichen Grün viel schöner zu sein scheint, gibt es viele Vögel in der Großstadt, die sich dort sehr wohl fühlen.
Die Stadttauben waren früher Brief- und Haustauben, die verwilderten und sich weiter vermehrten. Heute gehören sie vielerorts zum Stadtbild. Etwa 500 Millionen Stadttauben gibt es schätzungsweise in den deutschen Städten. Angepasst an die menschliche Umwelt würden sie es als Kulturfolger außerhalb der Großstädte schwer haben zu überleben. Sie sind Körnerfresser wie ihre wilden Vorfahren und Verwandte, doch in der Stadt zählt das überleben. Eiswaffelreste und heruntergefallene Pommes müssen da manchmal reichen. Unsere heimischen Ringeltauben und Türkentauben halten sich lieber im Grünen auf und sind in Großstädten eher in Parkbereichen oder in grünen Innenhöfen zu sehen.
Haussperlinge, auch Spatzen genannt, fühlen sich in der Nähe der Menschen wohl und sind die häufigsten Vögel in der Großstadt. Auch sie fressen sich in der Nähe von Gaststätten durch, denn samentragende Pflanzen sind in Großstädten Mangelware. Sperlinge scheint es immer mehr zu geben, doch das täuscht. Ihr Bestand ist rückläufig und sie gelten als bedrohte Art.
Die Männchen sind schwarz mit gelborangem Schnabel, die Weibchen sind unauffällig braun. Auch die Jungvögel sind zunächst braun. Amseln gelten als die häufigste Vogelart Deutschlands. Sie sind viel am Boden unterwegs und dort auf Nahrungssuche. Insekten, Regenwürmer und Schnecken werden bevorzugt. Werden diese knapp, sind es Beeren und Früchte. Wer den Amseln helfen möchte, erntet im Sommer nicht alle Beerenbüsche ab und bietet Weichfutter in Bodennähe an.
Turmfalken sind als Greifvögel weniger häufig in Großstädten anzutreffen wie die kleineren Singvögel. Dennoch gibt es sie vor allem dort, wo hohe Türme, z.B. von Kirchen, Platz für Brutplätze bieten. Das rostrote Gefieder mit der schwarzen Bänderung ist typisch für die Turmfalken. Die Männchen haben zusätzlich noch einen grauen Kopf und graue Schwanzfedern. Die kleinen Falken ernähren sich überwiegend von Kleinsäugern wie Spitzmäusen, schnappen sich aber im rasanten Flug auch gerne mal Singvögel, zum Beispiel Haussperlinge.
Dohlen sind kleine, aber sehr intelligente Rabenvögel. Schon Konrad Lorenz war von den Dohlen fasziniert. Sie mögen Plätze mit hohen Bäumen auf gepflegten Rasenflächen. Dort laufen sie am Boden herum und suchen nach Insekten. Als Großstadtbewohner ergänzen sie diese mit Essensresten der Menschen. Ihr größtes Problem in der Großstadt ist der Brutplatzmangel. Als Nischenbrüter brauchen sie alte Spechthöhlen, Mauernischen, Spalten in Hauswänden und Ähnliches.
Sep. 25, 2023 24
Dez. 01, 2022 1.750
Sep. 27, 2021 441
Sep. 27, 2021 724