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Aug. 24, 2012 Redaktion Hunde 0
Verletzungen bei Hunden
Es kommt sehr oft und auch schnell vor, dass sich der treue Freund und Begleiter, der Hund, verletzt. So ist es sicher schon jedem Hundebesitzer passiert, dass er schnell erste Hilfe bei seinem eigenem oder auch fremden Tier erste Hilfe leisten musste.
Damit richtig bei einem Unfall oder Verletzung reagiert wird, ist hier ein kleiner Ratgeber. Dieser ist aber nur für die erste Hilfeleistung anzuwenden. Eine richtige und qualifizierte Diagnose kann aber nur der Tierarzt stellen und demzufolge richtig behandeln. Somit ist ein Tierarztbesuch sehr wichtig und sollte auch nicht unterlassen werden.
Der Schrecken und die Angst um das Tier ist bei einem Unfall oder Verletzung sehr groß. Jedoch ist hier, wie auch bei der ersten Hilfe bei Menschen, Ruhe und nochmals Ruhe das oberste Gebot. Die Schmerzen, die der Hund hat, ist für das Tier eine große Stresssituation. Er kann sehr schnell in Panik geraten.
Auch muss bei der Erste-Hilfe-Leistung bedacht werden, dass das Tier bedingt durch seine Schmerzen seine Hemmungen verliert und zu beißen kann.
Jeder Hundebesitzer sollte für unvorhergesehene Fälle eine kleine Notfallausrüstung zu Hause haben
Sie besteht aus:
Pinzette
Zeckenzange
Verbandsmaterial (Mullkompressen)
Pfotenschutz
Mullbinden, elastische Binden
Flüssiges Desinfektionsmittel
Fieberthermometer, Wärmflasche
Kamilletee, Kohletabletten
1. Verschluckte Fremdkörper
Handelt es sich um kleinere Teile, so kann man Sauerkraut geben. Dieses übergießt man vorher mit etwas Suppenbrühe (es wird dann besser abgenommen). Der Sinn ist, dass sich das Sauerkraut um den Fremdkörper wickelt und dann ungefährlich durch den Darm transportiert und ausgeschieden wird.
Bei größeren verschluckten Fremdkörpern muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden, da es zum Darmverschluss kommen kann.
Wird die Luftröhre verletzt, was besonders beim Stöckchen spielen passiert, muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden. Folgende Symptome, das Tier hustet, würgt und bekommt schlecht Luft, Schleimhäute werden bläulich, sind charakteristisch.
2.Bissverletzungen
Diese Verletzungen sind nicht selten, da Kämpfe und Raufereien unter Hunden öfters vorkommen. Doch sollte man auch kleinere Bisswunden nicht unterschätzen. Mitunter sehen diese Wunden, die kaum zu erkennen sind, recht harmlos aus. Doch sie fallen unter den gefährlichen Verletzungen.
Man sieht nämlich nicht, dass durch den Biss die äußere Haut von der Unterhaut großflächig abgehoben ist. Es entsteht dadurch eine große Wundhöhle, in die dann Bakterien eindringen können und es zu ausgedehnten Infektionen kommen kann. Es kann auch Fieber auftreten.
Nach Raufereien sollte die Haut unbedingt nach Einbissstellen untersucht werden. Um diese besser sehen zu können, ist es ratsam, die Haare vorsichtig an der bewussten Stelle weg zu schneiden. Die Stelle dann desinfizieren.
Das Tier dann möglichst schnell dem Tierarzt vorstellen. Es ist wichtig, dass die Bisswunden innerhalb von 4 bis 6 Stunden vom Tierarzt versorgt werden.
Insektenstiche
Ein auftretender Schmerz und eine Schwellung und Verfärbung der Haut ist ein Anzeichen für einen Insektenstich.
Die erste Hilfe ist, den Stachel herausziehen, mit einem Eisbeutel oder einem nassem, kaltem Tuch kühlen. Wenn nötig eine Ampulle Kalzium geben (erhältlich in der Apotheke). Besonders bei verschluckten Insekten, die in der Kehle stecken, ist Vorsicht geboten. Auch hier eine Ampulle Kalzium eingeben und das Tier sofort beim Tierarzt vorstellen.
Wird der Hund in den Hals gestochen, können Atembeschwerden auftreten. Es sollte dem Tier ein in einem Handtuch gewickelter Eisbeutel auf den Kehlgang gelegt werden. Auch sollte sich das Tier dann wenig bewegen und im Kühlen bleiben. Auch hier sollte der Tierarzt aufgesucht werden.
Manche Hunde reagieren, wie auch Menschen, allergisch auf einen Insektenstich. Dann muss sofort eine Vorstellung beim Tierarzt erfolgen. Sofort dafür sorgen, dass die Zunge des Tieres nicht nach hinten rutscht. Es ist wichtig, dass die Luftwege frei bleiben.
Verbrennungen
Auch Verletzungen durch Verbrennungen können vorkommen. Es kommt dabei zum direkten Kontakt der Körperoberfläche mit Feuer, heißen Gegenständen, heißen Flüssigkeiten, Gasen oder Elektrounfälle.
Die schlimmsten Verbrennungen sind mit Feuer und heißen Flüssigkeiten. Das sind
Kochendes Öl oder Wasser,
Heiße Gase (Wasserdampf), diese verletzen die Augen und die Atemwege
Heiße Gegenstände (Metalle), die führen zwar zu schweren Verletzungen,doch meistens sind es nur lokale Verbrennungen.
Auch beim Tier werden die Verbrennungen in Schweregraden eingeteilt
Verbrennung ersten Grades, dieser entsteht durch eine lokale Erhitzung der Haut bei Temperaturen von 45-50 Grad. Diese Verbrennung ist relativ ungefährlich. Es darf aber nicht mehr als 5 % der Körperoberfläche betroffen sein. Die Haut verfärbt sich rötlich und schwillt an. Natürlich verspürt das Tier auch Schmerzen, doch meistens heilt die Wunde in wenigen Tagen ab
Verbrennung zweiten Grades, diese entsteht bei höheren Temperaturen und wenn das Tier längere Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Auf den oberen Hautschichten bilden sich Brandblasen. Die Abheilung dieser Verbrennung dauert länger, da sich erst wieder neue Hautschichten bilden müssen.
Verbrennung dritten Grades, dafür ist eine intensive Hitzeeinwirkung Voraussetzung. Es kommt zu einer Totalzerstörung der Haut. Das betroffene Gewebe stirbt ab und es bildet sich Brandschorf. Die Heilung geht langsam vonstatten und es kommt zu einer Narbenbildung.
Folgen einer Verbrennung
Kreislaufkollaps (Flüssigkeitsverlust)
Intoxikation /Autointoxikation (Selbstvergiftung des Körpers durch zerstörte Hautfragmente)
Bakterielle Infektionen, da die Hautfunktion zerstört ist.
Narbenbildung
Was ist bei einer Verbrennung als erste Hilfe zu tun
Betroffene Körperteile sofort unter fließend kaltem Wasser kühlen,
wichtig, nicht auf der Wunde reiben,
Eisbeutel oder Kühlakku auf die Wunde legen, aber keinen direkten Hautkontakt,
Verletzung mit sterilem Tupfer trocknen,
Darauf achten, dass Tier nicht die Wunde leckt
Nicht Salben, Öle und Butter auf die Wunde tun, keine Brandblasen aufstechen
Rauchvergiftungen
Bei Brandunfällen kommt es zu massiven Verbrennungen. Doch auch die dort eintretenden Rauchvergiftungen sind schwerwiegend. Es werden dabei die Atemwege, Schleimhäute und auch die Lunge in Mitleidenschaft gezogen. Es setzen sich die kleinen Rußpartikel in der Lunge ab und es kommt zu einer Kohlenmonoxydvergiftung. Der Körper erhält nicht mehr genügend Sauerstoff und es droht Erstickungsgefahr.
Das Tier muss sofort an die frische Luft und unverzüglich dem Tierarzt vorgestellt werden.
Vergiftungen durch giftige Substanzen im Haushalt
Es gibt in jedem Haushalt Alltags- und Gebrauchsgegenstände, die wir für harmlos halten. Doch für den Hund können sie tödlich sein. Sie müssen außer Reichweite für das Tier sein.
Zu den giftigen Mitteln zählen
Chemilkalien für Haushalt und Garten,
einige Pflanzen, Gärtnereien geben Informationen über die Giftigkeit von Pflanzen,
Schokolade, bereits 30 g Schokolade kann für einen kleinen Hund tödlich sein,
Frostschutzmittel,
Aufputschmittel und das Schmerzmittel Ibuprofen. Bei Hunden führen Schmerzmittel zu Nierenschäden
Verkehrsunfälle
Besonders im Stadtverkehr besteht für das Tier eine große Gefahr zu verunglücken. Sollte die Verletzung nicht zu groß sein, das Tier zuerst aus die Gefahrenzone bringen und beruhigen. Das Tier sollte festgehalten werden, damit es sich nicht noch weiter verletzt.
Zuerst muss der Schock bekämpft werden, denn es besteht dadurch eine lebensbedrohliche Kreislaufstörung.
Wie erkennt man einen Schock ?
Das Tier taumelt und bricht zusammen. Es zittert, hat kalte Pfoten und eine kalte Schwanzspitze. Die Schleimhäute sind weiß und es hat eine schnelle, flache Atmung und einen rasenden Herzschlag.
Welche Maßnahmen sind notwendig ?
Zuerst den Hund auf die Seite legen, den Kopf strecken und die Zunge aus dem Fang ziehen.
Der hintere Körperteil sollte möglichst hoch gelagert werden. Ebenso wichtig ist, dass der Hund mit einer Decke warm gehalten wird.
Blutende Wunden mit einer sauberen Binde oder Tuch abdecken.
Sind größere Wunden vorhanden, dann einen Notverband anlegen. Besteht der Verdacht auf innere Verletzungen, Brüche oder Verletzungen der Wirbelsäule sollte dem Tier zum Transport eine Decke untergelegt werden. Mittels dieser Decke den Hund vorsichtig aufnehmen und lagern. Das Tier dann umgehend zum Tierarzt bringen
Eine Sache soll hier noch genannt werden. Es handelt sich zwar nicht um eine Verletzung, doch aber um eine lebensbedrohliche Krankheit und zwar die Magendrehung.
Eine Magendrehung entsteht meist einige Stunden nach dem Füttern. Der Magen kann sich durch unglückliche Bewegungen drehen. Es wird dabei der Mageneingang und -Ausgang abgeschnürt. Es kommt durch den vorgehenden Verdauungsprozess im Magen zu einer Aufgasung des Magens.
Durch die Drehung werden Blutgefäße, die für die Versorgung des Magens, Milz und Teile des Dünndarmes verantwortlich sind, abgeschnürt. Es kommt zu einer rapiden Kreislaufverschlechterung. Besonders große Hunderassen sind davon betroffen.
Symptome einer Magendrehung
Der Hund will nach 1/2 – 1 Std. erbrechen. Er würgt, doch es kommt so gut wie nichts heraus.
Der Allgemeinzustand verschlechtert sich rapide.
Es treten starke Unruhe und Schmerzen auf.
Starker Speichelfluss
Es kommt zu einem plötzlichen Aufblähen des Magens hinter dem linken Rippenbogen.
Auch der Bauchumfang nimmt zu. Klopft man auf die Bauchwand hört er sich wie eine Trommel an.
Es tritt Atemnot ein und der Hund bewegt sich nicht mehr.
Kreislaufversagen
Da es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt, ist unverzüglich und schnellsten der Tierarzt aufzusuchen.
Wie kann man einer Magendrehung entgegen wirken
Am Besten ist, wenn man den Hund 3- 4 mal täglich füttert. Besonders anfällige Rassen sollten nur eingeweichtes Trockenfutter oder Feuchtfutter erhalten.
Nach dem Fressen sollten große Aufregung und Anstrengung vermieden werden, keine langen Spaziergänge. Auch eine Magenüberladung ist zu vermeiden. Es kommt auch bei einer Magenüberladung durch die Verdauungsprozesse im Magen zu einer Aufgasung des Magens. Es können die gebildeten Gase nicht genügend abgeleitet werden. Stellt man fest, dass der Bauch des Hundes sich im Umfang vermehrt, sollte das Tier dem Tierarzt vorgestellt werden.
Ganz egal um was für eine Verletzung, Unfall oder Erkrankung es sich handelt, sollte immer daran gedacht werden, dass die wichtigste Voraussetzung für das Tier ist, die Ruhe zu bewahren. Das sollte das oberste Gebot sein, auch wenn es einem schwer fällt. Denn wer sieht gerne seinen Hund leiden.
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