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Sep. 12, 2013 Redaktion Allgemein 0
Bereits eine einzige Weißdornhecke biete unzähligen Tieren Nahrung und Unterschlupf, schrieb Adolf Winkler in seiner praktischen Gartenbibliothek. Wobei der Autor aber auch in Schlehe, Vogelbeere, Schwarzem Holunder oder Haselnuß einen Gewinn sieht. Letzterer bescheinigt der „Tierschutz im eigenen Garten“ (Naturbuch Verlag), eine der tierfreundlichsten Pflanzen überhaupt zu sein … und in der Tat wird es maßgeblich von Einrichtung und Bepflanzung unseres Grundstücks abhängen, ob sich auch heimische Wildtiere hier wohl fühlen.
Wobei gerade Hecken, bevorzugt natürlich solche mit heimischen Arten, von großer Bedeutung sind. Der NABU Rheinhessen-Nahe sprach (http://www.nabu-rheinhessen.de/2013/01/28/snachkbar-in-der-hecke-wildsträucher-wichtig-für-vogelwelt) in diesem Zusammenhang schon einmal von einer „Snackbar“ in der Hecke: „Wer als Gartenbesitzer der Vogelwelt im Winter etwas Gutes tun will, ist gut beraten, neben der Vogelfütterung auch heimische Wildsträucher zu pflanzen“, plädiert man hier für die Bedeutung heimischer Wildsträucher im Garten und sieht auch die Landwirte in der Pflicht: „Für Landwirte ist die Neuanlage von Hecken an Feldrändern zu empfehlen, denn diese sind in der freien Landschaft häufig Mangelware!“
Wie sehr die Feldhecken in der Tat rückläufig sind, beklagte Wolf-Eberhard Barth bereits in den 1980 er Jahren: „Mit den Rainen und Hecken verschwanden dann Dorngrasmücken und Goldammern, verloren Igel, Hase, Rebhuhn und Fasan Nahrung und Deckung“, schreibt der Autor von „Praktischer Umwelt- und Naturschutz“ (Paul Parey Verlag) und sieht eine gigantische Biotopverarmung. Eine Verarmung unserer Natur, die wir, in der Tat, in unseren Gärten ein wenig abmildern können. Denn hier bieten Hundsrosen, Brombeerdickichte oder auch Schleh- und Weißdorn Unterschlupf und Nahrung in einem.
Wobei sich, im Gegensatz zu exotischen Ziergehölzen, auch Eibenhecken im heimischen Garten bewährt haben. Denn die Eibe, die für uns Menschen und unsere Haustiere so giftig ist (Vorsicht also!), wird von vielen Vögeln als Nistplatz genutzt. Selbst getrimmt, kann sie daher als tierfreundliche Alternative zu einem Gartenzaun dienen, wobei, wie Wolf-Eberhard Barth betont, Hecken auch für uns Menschen stets ein Gewinn sind. Ganz einfach, weil Hecken nicht nur die Blicke neugieriger Nachbarn fern halten. Vielmehr bilden die Gehölze natürliche Barrieren, die auch Staub und Abgase aus der Luft filtern!
Apropos Igel: Der wird ein Versteck aus Bruchsteinen oder auch Laubhaufen dankbar annehmen. Ja, naturnahe Gärten seien in der Tat der beste Igelschutz, bekräftigt (http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/naturschutztipps/00755.html) Stefan Bosch für den NABU: „Das ideale Winterquartier besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub“, weiß der Fachmann. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten (wie sie auch dichte Hecken bieten), könne man dann noch zusätzlich ein Igelhäuschen aufstellen.
Zudem raten Naturschutzexperten zu ein wenig Faulheit im Garten, gerade jetzt, wenn das erste Laub fällt. Denn das braucht mitnichten bis auf das letzte Blättchen weg gefegt zu werden. Ganz im Gegenteil: Laubhaufen sind wichtige Winterquartiere, in denen Insekten, Spinnen und Lurche die Kälteperiode überdauern!
Tier- und Naturfreunde sollten dabei, wie der NABU mahnt (http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartentipps/02891.html), vor allem die motorisierten Laubsauger aus lassen. Denn die ökologischen Schäden, die diese Ungetüme, die durch die Gärten mit der Lautstärke eines Presslufthammers rattern, anrichten, sind enorm: „Millionenfach werden Kleinstlebewesen zusammen mit dem Laub aufgesaugt und zerstückelt!“
Tatsächlich sind Laubsauger ein stetes Ärgernis und dürften auch schon manch Streit mit der Nachbarschaft provoziert haben. Doch offensichtlich wollen viele Privatanwender wie auch Verwaltungen nur ungern auf diese Helfer verzichten: „Stadt Bonn will trotz Beschwerden auf Geräte nicht verzichten“, zog (http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/Stadt-Bonn-will-trotz-Beschwerden-auf-Geraete-nicht-verzichten-article905506.html) zum Beispiel der General-Anzeiger eine erste Bilanz zum immerwährenden Ärger um und über die Laubbläser.
Die nämlich sind nicht nur laut und ökologisch eine echte Katastrophe, sondern könn(t)en auch Steine aufwirbeln, die dann den Lack parkender Autos beschädigen. Zudem sehen Mediziner, aufgrund des hohen Lärmpegels, auch gesundheitliche Folgen. Auch für den Nutzer selbst. Tatsächlich sei, wie die Welt mahnt (http://www.welt.de/wissenschaft/article1317109/Laubsauger-so-laut-wie-Presslufthammer.html), ein Gehörschutz dringend zu empfehlen. Ganz einfach, weil der moderne Rechenersatz „mörderisch laut“ ist.
Die Landeshauptstadt München weist (http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Gesundheit-und-Umwelt/Laerm/Regelungen/Laubblaeser_und_Laubsauger.html) daher ausdrücklich auf die „Hausarbeits- und Musiklärmverordnung“ hin, die klare Ruhezeiten festlegt. Die erlaube den Betrieb von Laubsammlern und Laubbläsern von Montag bis Samstag von 9 bis 12 Uhr sowie von Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr.
Ähnliche Regelungen finden sich auch in anderen Städten und Gemeinden. Ggf. können und dürfen wir unseren allzu emsigen Nachbarn daher auch mal zu mehr Ruhe und Rücksicht auffordern!
Das Herbstlaub ist zwar schön, für viele Gartenbesitzer jedoch ein Graus. Dennoch sollten wir nicht alle Blätter konsequent weg fegen, da diese vielen Insekten und Würmern Quartier bieten!
Der Igel weiß Holzstapel sowie Laubhaufen gerade jetzt, mit Beginn der kalten Jahreszeit, sehr zu schätzen.
Copyright by Peter Hoffmann
Fotos: Peter Hoffmann
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