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Juni 03, 2013 Redaktion Allgemein, Tierschutz 2
Es ist ein Fakt, dass nicht nur viele Tiere, sondern auch die Tierheime selbst in Not sind. Denn nicht nur im osteuropäischen Ausland sind die Gelder knapp. Und so kämpfen die Tierschützer, neben der Flut der Abgabetiere, oftmals auch mit und gegen marode Gebäude …
Um die saarländischen Tierheime in ihrer jetzigen Form zukunftsfähig erhalten zu können, bedürfe es daher einer engeren Zusammenarbeit von Land und Kommunen, zog Saar-Umweltministerin Anke Rehlinger eine erste Bilanz. Eine Erkenntnis, die auf zahlreiche Vor-Ort-Termine der letzten Tage zurückgeht. Denn die Ministerin besuchte dabei, gemeinsam mit Vertretern der Tierschutzstiftung Saar, die saarländischen Tierheime, um sich selbst ein Bild zu machen.
Dass hier die Anzahl der aufgenommenen Tiere kontinuierlich ansteigt, ist kein Geheimnis. Vor allem mit Beginn der Ferien wird sich – wie überall -, die Zahl der abgegebenen und/oder ausgesetzten Tiere wieder häufen. Und mit dem Tierleid wächst dann auch die Not der Tierheime: „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre es um den Tierschutz in den saarländischen Tierheimen schlecht bestellt“, erkannte daher auch Rehlinger. Zudem gelte es, die Vermittlungsrate zu verbessern. Denn viele Tiere sind längst zu Dauerbewohnern verkommen, „und mit der Dauer des Tierheimaufenthaltes sinkt dann leider auch die Vermittlungswahrscheinlichkeit!“
Ein Teufelskreis, von dem Katzen und Hunde gleichermaßen betroffen sind. Hilfe tut also not. Für das laufende Jahr 2013 wurden daher zusätzlich und einmalig Gelder in Höhe von 50.000 Euro zur Sanierung der Tierheime in den Landeshaushalt eingestellt. Gelder, die so nur selten ausreichen. Flohmarktveranstaltungen, Sommerfeste und andere Aktionen sollen daher die Kassen zusätzlich aufbessern. Zudem gelte es, noch mehr Ehrenamtliche für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten, aber auch als „Gassigeher“ zu gewinnen.
Zudem ließe sich die Flut der Abgabe- und Fundtiere aber auch durch einige einfache Maßnahmen verringern. Tierschützer fordern daher schon seit geraumer Zeit eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen. Auch wäre mehr Eigeninitiative und Sachkenntnis der Hundekäufer mehr als wünschenswert. Denn würden mehr Hunde angeschafft, die auch tatsächlich mit den Lebensumständen und dem Charakter ihrer Besitzer „konform“ gehen, würden vermutlich auch weniger Tiere abgegeben!
Denn nicht jeder Hund, der schön und gerade „in“ ist, ist auch jedermann zu empfehlen. So wird ein Dalmatiner allenfalls für sehr agile Familien in Betracht kommen. Denn der lauffreudige Hund, der früher die Kutschen der Adeligen begleitete, will sich nun mal viel bewegen. Notorische Stubenhocker werden mit einem Dalmatiner also „schlecht bedient“ sein. Anders ein Reiter, für den solche Tiere als Begleithund nahezu ideal sind …
Wobei natürlich auch sehr große und wehrhafte Hunde, zumal im Innenstadtbereich und/oder unter den beengten Verhältnissen einer Mietwohnung, oftmals zum Problem werden. Wobei dann nicht jedes Tierheim frei von Schuld ist. So erzählte mir meine Cousine, dass man sie, beim Besuch des Tierheims, zur Mitnahme eines Listenhundes gedrängt hatte – und das in einem Bundesland, das für seine strengen Vorschriften und horrenden Steuersätze bei so genannten „Kampfhunden“ bekannt sind. So etwas kann natürlich nicht angehen und wird, selten einmal, gut ausgehen!
Ebenso problematisch ist es, wenn von Laien bestimmte Terrierrassen, gar aus einer jagdlich geführten Zuchtlinie, angeschafft werden. Denn mit einem raubzeugscharfen Jack-Russel Terrier wird man sich bei den Nachbarn nicht gerade beliebt werden. Informieren und mehr Überlegung beim bzw. vor dem Hundekauf könnte daher die Tierheime ebenfalls entscheidend entlasten.
Natürlich entscheidet der Mensch, ob aus einem so genannten Listenhund ein treuer und unproblematischer Begleiter wird. Doch ohne Frage sind diese Kraftpakete nicht jedermann und nicht für jede Lebenssituation zu empfehlen!
Border Collies sind heute sehr beliebte Hunde. Doch die intelligenten und arbeitsfreudigen Tiere müssen gefördert und bewegt werden.
Mancher, der sich einen Terrier oder Schäferhund angeschafft hat, wäre, vermutlich, mit einem Pudel besser bedient gewesen!
Copyright by Peter Hoffmann
Fotos: Peter Hoffmann
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