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Juli 29, 2013 Redaktion Fische 2
Der Skalar, auch Segelflosser oder Segelfisch genannt, sei ein imposanter, jedoch etwas furchtsamer Fisch fürs Aquarium, heißt es in „Aquarienfische: Tropische Arten und ihre Haltung“, einem d e r Klassiker aus den späten 1970 er Jahren. Wobei das Tier, so das Standardwerk, zumindest in jungen Jahren auch für ein Gesellschaftsbecken in Betracht kommt …
Tatsächlich sehen wir, auf dem Titelbild, dann einen prächtigen Skalar, der zusammen mit etlichen Neons und einem Trauermantelsammler ein reich bepflanztes Becken besiedelt. Dazu freilich müssen wir wissen, dass Skalare, in ihrer südamerikanischen Heimat, durchaus auf die kleinen Neonsalmler Jagd machen. Wenn wir uns ein Amazonas-Becken einrichten und beide Arten vergesellschaften, sollten wir also auf Unannehmlichkeiten und unschöne Jagdszenen gefasst sein. Immer müssen wir damit rechnen, dass sich einer der Buntbarsche einen Neon geschnappt hat und diesen, selbst wenn er ihn nicht (mehr) hinabwürgen kann, zur Hälfte im mächtig geblähten Maul hat … dennoch können, wie zahlreiche Bilder und Beispiele beweisen, beide Arten zusammen in einem Becken untergebracht werden. Dann freilich gilt es, ausgewachsene Neonsalmler mit ganz jungen Skalaren zusammen zu bringen, was dann, in den meisten Fällen, auch gut geht!
Denn tatsächlich sind Skalare weitaus friedlicher als viele andere, teils aggressive Buntbarsche. Sie graben nicht und zerbeißen auch keine Pflanzen, so dass sie, in der Tat, auch für prächtig bepflanzte Becken in Betracht kommen. Auch Anfänger würden von seinem Aussehen angezogen, beschrieb das BLV Bestimmungsbuch „Aquarienfische“, das 1970 in 1. Auflage auf den Markt kam, den Charme der schleierartigen Flossen und ungewöhnlichen, fast dreieckigen Form. Doch Obacht: Das Aquarium muss groß und vor allem hoch genug sein.
Zumindest für erwachsene Tiere, gelten 50 bis 60 Zentimeter Beckenhöhe und mehrere hundert Liter Wasserfüllung als Minimum. Ein adulter und gut entwickelter Skalar kann nämlich gut handtellergroß werden!
Obwohl Skalare gesellige Tiere sind und gerne mit ihresgleichen umherziehen, sollten sie nicht mit artfremden Buntbarschen zusammengesetzt werden. Die großen und ruhigen Fische sind nämlich bedächtige Schwimmer und mögen es gar nicht, wenn an ihren verlängerten Flossenstrahlen (was manche potentiellen Mitbewohner, auch etliche Barbenarten, schon mal versuchen) gezerrt wird. Am besten vergesellschaftet man den Segelflosser daher mit kleineren, ruhigeren Salmlern, die gerade groß genug sind, dass sie nicht mehr als Beute in Betracht kommen, sowie einigen Panzerwelsen, die den Boden beleben. Natürlich könnten Skalare, von denen es längst zahlreiche Farbvarianten gibt (vom Albino über marmorierte bis hin zu schwarzen Tieren), aber auch für ein Artbecken in Betracht kommen …
Was das Futter betrifft, zeigen sich die Fische wenig wählerisch und könn(t)en auch mit Trockenfutter problemlos über die Runden gebracht werden. Stehen Mückenlarven und anderes Lebendfutter auf dem Speisplan, erleben wir dagegen, wie die sonst so ruhigen Tiere plötzlich sehr agil werden.
Übrigens werden Skalare, die in jungen Jahren gerne in Trupps durchs Becken ziehen, mit Erreichen der Geschlechtsreife durchaus territorial. Will meinen: Ein Pärchen, das sich gefunden hat, beginnt (s)ein Revier zu verteidigen. Die Eiablage findet dann meist an Blättern oder auch der Aquarienscheibe selbst statt. Dennoch, trotz des emsigen Mühens der Eltern, wird der Nachwuchs der sanftmütigen Buntbarsche im Gesellschaftsbecken kaum eine Chance haben!
Skalare sind prächtige Fische und können, bei guter Pflege, durchaus zehn Jahre alt werden!
Copyright by Peter Hoffmann
Foto: Peter Hoffmann
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