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Juli 09, 2016 Manuela Vogt Hunde 0
Dass Schweinefleisch für Hunde nicht geeignet ist, darüber sind sich Hundehalter einig. Doch warum eigentlich nicht? Und wie ist es mit Fertigfutter?
Schweine sind Überträger des Suide Herpesvirus, welches Auslöser der Aujeszkyschen Krankheit ist. Schweine selbst können ohne Symptome Träger dieses Virus sein, welches für uns Menschen ungefährlich ist.
Bei Hunde, Katzen und vielen weiteren Säugetieren aber verläuft die Erkrankung in allen Fällen tödlich. Die Symptome ähneln denen der Tollwut, weshalb die Aujeszkysche Krankheit auch Pseudowut genannt wird. Das Virus führt zu einer Entzündung von Rückenmark und Gehirn. Es kommt zu starkem Juckreiz und zentralnervösen Störungen, die mit dem Tod enden.
Deutschland gilt genauso wie Österreich und die Schweiz als Aujeszky-frei. Die Schweinebestände werden aber nicht regelmäßig untersucht. Kommt es zu einem Krankheitsfall, muss dieser bei den Veterinärbehörden gemeldet werden, weil es sich um eine anzeigepflichtige Erkrankung handelt.
Bei den Wildschweinen sieht es anders aus. Diese sind nicht frei von der Aujeszkyschen Krankheit und gelegentlich werden Fälle bekannt gegeben, bei denen Jagdhunde gestorben sind, nachdem sie etwas Wildschweinefleisch gefressen haben.
Rohes Schweinefleisch für Hunde ist deshalb gefährlich. Wird es aber gegart ist Schweinefleisch für Hunde ungefährlich, weil der Erreger abgetötet wird. Aus diesem Grund ist Schweinefleisch häufig auch in Fertigfuttermitteln für Hunde enthalten.
Am bekanntesten sind die getrockneten Schweineohren für Hunde zum Knabbern. Diese werden nicht gegart, sondern getrocknet. Bei luftgetrockneten Schweineohren ohne chemikalische Behandlung kommt in der Regel Heißluft zum Einsatz, deren Temperatur bei 80-90°C liegt. Man geht davon aus, dass diese Temperaturen ausreichen, um das Virus abzutöten. Einige Hundehalter sind verständlicherweise skeptisch und vermeiden auch Trockenprodukte vom Schwein.
Wiener Würstchen und andere Brühwürste enthalten ebenfalls Schweinefleisch. Gern werden sie auch an Hunde verfüttert, z.B. als Leckerlie. Aufgrund des Brühvorgangs geht von ihnen keine Gefahr aus.
Auch Fertigfutter für Hunde enthält häufig Schweinefleisch. Viele Futtersorten, die „mit Geflügel“ o.ä. heißen, enthalten nur sehr wenig Geflügelfleisch. Das Gesetz schreibt vor, dass mind. 4% der jeweiligen Fleischsorte enthalten sein muss. Das bedeutet, dass ein Hundefutter „mit Geflügel“ überwiegend aus anderem Fleisch und nur 4% wirklich Geflügel bestehen kann. Schweinefleisch kann so enthalten sein, ohne dass es auf der Zusammensetzung aufgeführt ist. Wenn das kommerzielle Hundefutter aber ebenfalls erhitzt wird – und das ist es immer dann, wenn es nicht anders angegeben wird – kann dieses ohne weiteres gefüttert werden.
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