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Juli 03, 2017 Manuela Vogt Wildtiere 10
Wenn Schnecken das Gemüsebeet kahl fressen, heißt es Schnecken bekämpfen ohne Gift. Schneckenbekämpfung ist auch ohne Schneckengift möglich.
Schnecken sind für engagierte Gärtner häufig ein rotes Tuch. Das Schneckengift, welches dann zum Einsatz kommt, enthält meist Metaldehyd. Dieser Wirkstoff entwässert die Schnecke und sie stirbt qualvoll. Auch für andere Tiere und Menschen kann dieses Gift sehr gefährlich sein. Während es bei Menschen „nur“ Erbrechen und Unwohlsein auslöst, tötet es viele nützliche Insekten, Vögel, Igel und andere Tiere.
Nicht alle Schnecken schaden dem Gemüsebeet. Weinbergschnecken sind weniger gefräßig als Nacktschnecken. Der Tigerschnegel, eine braune Nacktschnecke mit schwarzen Flecken hilft sogar beim Schnecken bekämpfen ohne Gift. Er lebt nämlich räuberisch von anderen Nacktschnecken und interessiert sich nur in seltenen Fällen für frische Pflanzen.
Mit der Schneckenbekämpfung sollte bereits im Frühjahr begonnen werden, denn im März bis April erwischt es so schon die Jungschnecken.
Schnecken legen ihre Eier bevorzugt im Herbst, bis zu 400 pro Schnecke. Bei milden Temperaturen schlüpfen die Jungen noch vor dem Wintereinbruch, sonst im März bis April des Folgejahres. Eine regelmäßige Bodenbearbeitung zum Beispiel oberflächliches Auflockern oder Harken legt Eier frei. Diese freigelegten Eier sind sehr empfindlich gegenüber UV und sterben an der Erdoberfläche ziemlich schnell ab. Weitere beliebte Eiablageplätze sind feuchte und dunkle Plätze wie sie Schnecken unter Regentonnen und Ähnlichem finden. Hier hilft das Absammeln der Gelege.
Außerdem mögen Schnecken keinen krümelig-lockeren Boden. Mulchschichten aus Sand, Stein- und Sägemehlen werden ebenfalls gemieden und lassen sich gut als Umrandung der Beete anlegen. Auch Schutzzäune funktionieren zur Schneckenabwehr
Im Gemüsegarten sollte immer morgens gegossen werden, denn die dämmerungsaktiven Schnecken lieben es feucht und finden nach dem abendlichen Gießen optimale Bedingungen vor. Statt ganze Beete zu sprengen, ist es sinnvoller, nur den Wurzelbereich um die Pflanzen zu wässern.
Es gibt zahlreiche Tiere, die sich von jungen Schnecken ernähren. In naturnahen Gärten fühlen Spitzmäuse, Vögel, Reptilien, Amphibien und nützliche Insekten wohl und sorgen dafür, dass die Schnecken nicht Überhand nehmen. Nur der Rasen, der direkt an die Beete angrenzt, sollte kürzer gehalten werden. Sehr empfindliche Pflanzen sollten aber dennoch geschützt vorgezogen werden, denn je älter eine Pflanze ist, umso weniger interessant ist sie für Schnecken.
Laufenten gelten als Schneckenvertilger. Es sind die Indischen Laufenten, die Nacktschnecken fressen und auch gut in Gärten gehalten werden können. Ihre Haltung ist aber natürlich mit Arbeit verbunden. Schnecken allein macht sie nicht satt, sie benötigen Bademöglichkeiten und einen Stall.
In schneckenreichen Gärten können Bretter in und um die Beete verteilt werden. Da Schnecken feuchte und dunkle Verstecke lieben, können sie morgens unter den Brettern eingesammelt werden. Sie zu zerschneiden und die Stücke als Abschreckung im Garten zu verteilen, ist keine gute Idee, denn das lockt ihre Kollegen an.
Bierfallen sind nicht uneingeschränkt zu empfehlen, denn auch andere Tiere fallen hinein. Das Bier lockt Schnecken an, sie fallen hinein und ertrinken. Wer sie anwendet, sollte darauf achten, sie nicht einzubuddeln und ein Modell mit Deckel zu nehmen. Dann ist die Gefahr für andere Tiere deutlich geringer.
Wer dennoch ein Bekämpfungsmittel einsetzen möchte, sollte den Wirkstoff Eisen-III-Phosphat wählen. Nehmen Schnecken diesen auf, setzt ihr Hungergefühl aus. Sie ziehen sich in ihre Verstecke zurück und verenden dort.
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