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Jan. 28, 2013 Redaktion Hunde 0
Progressive Retinaatrophie ( PRA ) bei Hunden – unheilbar, aber nicht schmerzhaft
Die PRA zählt mit zu den wichtigsten erblichen Augenerkrankungen bei Hunden. Sie lässt sich bei vielen verschiedenen Hunderassen beobachten, es können sowohl weibliche, wie auch männliche Tiere daran erkranken. Die betroffenen Tiere tragen die Anlage der Krankheit häufig schon länger in sich, wobei die PRA selbst häufig erst ab einem bestimmten Lebensjahr sichtbar wird.
Daher gibt es auch immer wieder „Träger“ des entsprechenden Gens, die selbst zwar gesund bleiben, die Krankheit jedoch an die Nachfolger weitervererben.
Die PRA betrifft die Netzhaut, welche die innerste Schicht des Auges darstellt. In diesem Teil des Auges befinden sich für das Sehen unerlässliche Nervenzellen. Dabei kann man zwischen den Zapfen, die für das Tagsehen zuständig sind, und den Stäbchen für das Nachtsehen unterscheiden.
Beginn der PRA ist das Absterben der Stäbchen, im weiteren Verlauf geschieht dann das gleiche mit den Zapfen. Damit verlieren die erkrankten Hunde zuerst ihre Sehfähigkeit im Dunkeln, und können dann bald auch bei Tageslicht nicht mehr gut sehen. In jedem Fall führt die PRA nach und nach zur totalen Erblindung beider Augen des Hundes.
Unterscheidungen der Formen von PRA erfolgen anhand der Lebensabschnitte, in denen die Krankheit auftritt: So gibt es die frühe Form, bei der schlechtes Dämmerungssehen im Alter von sechs Monaten, sowie die totale Erblindung im Alter von ein bis zwei Jahren auftreten.
Diese Form findet sich vor allem bei den Rassen Irish Setter, Gordon Setter, Rauhaardackel, Collie und Shetland Sheepdog. Die mittlere Form macht sich mit den ersten Symptomen im Alter von ein bis zwei Jahren bemerkbar, die komplette Erblindung findet im Alter von drei bis fünf Jahren statt. Hiervon sind vor allem Zwergschnauzer, Tibet Terrier und Labrador betroffen.
Bei der späten Form der PRA setzt schlechtes Nachtsehen im Alter von drei bis fünf Jahren ein, das Endstadium im Alter von sechs bis neun Jahren. Diese Form findet sich vor allem bei englischen und amerikanischen Cocker und bei Pudel.
Anzeichen dafür, dass ein Hund an PRA erkrankt ist, sind für den Hundehalter meist eine Unsicherheit oder Ängstlichkeit in der Dämmerung oder den Abendstunden. Zum Teil stoßen die Tiere auch sehr bald an Gegenstände an. Der Tierarzt kann in der Regel recht schnell anhand der Symptome die Krankheit diagnostizieren.
Die Pupillen sind sehr weit und reagieren kaum oder gar nicht auf Lichteinfall. Im Augenhintergrund lässt sich ein „Leuchten“ erkennen. Außerdem können bei Untersuchungen eine Verminderung der Blutgefäße oder eine blass-graue Pupille auffallen. Im fortgeschritteneren Stadium tritt außerdem bei vielen Hunden eine Eintrübung der Linse auf.
Bei PRA handelt es sich um eine unheilbare, konstant fortschreitende Sehverschlechterung, die im Endstadium unweigerlich zur Erblindung führt. Bis heute gibt es keinerlei Medikamente oder operative Eingriffe, mit denen PRA vorgebeugt, behandelt, aufgehalten oder geheilt werden könnte. Daher müssen sich sowohl Hund als auch Hundehalter mit der Diagnose abfinden und irgendwie arrangieren.
Der wichtigste Aspekt bei der Betrachtung der Lebensqualität ist die Tatsache, dass die Krankheit PRA zwar mit einer Erblindung für das Tier, nicht jedoch mit Schmerzen einhergeht.
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