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Mai 14, 2013 Redaktion Fische 0
Sein Name: Pinzettfisch. Seine Verwandtschaft: Die Falterfische. Seine Leidenschaft: Diverse Würmer und kleine Krebschen!
Manche(r), der/die schon mal im berühmten Great Barrier Reef vor Australien getaucht ist, wird Pinzettfische bereits in freier Wildbahn erlebt haben. Doch nicht nur hier, im gigantischen UNESCO Weltnaturerbe, wissen die hübschen Fische zu begeistern. Sie sind die Stars in jedem öffentlichen Schaubecken, was – ohne Frage -, auch an ihrer spitzen Zunge, pardon: ihrem pinzettartigen Maul liegt.
Mit dem stochern sie auch in Gefangenschaft emsig in der Dekoration. Stets auf der Suche nach Nahrung, etwa Polypen und kleinen Krebsen, die mit dieser natürlichen Pinzette auch noch aus den engsten Spalten zwischen den Korallen gezupft wird. Selbst Laien begreifen daher rasch, dass wir es hier mit echten Nahrungsspezialisten zu tun haben. Die Haltung in Privathand gilt als eher heikel und sollte, obwohl die Fische oftmals zu Preisen um die 40 Euro in den Versand gelangen, allein für erfahrene Meerwasseraquarianer in Betracht kommen:
Das Becken für die etwa 20 Zentimeter großen Fische muss entsprechend dimensioniert sein und sollte mindestens 1000 Liter fassen, wobei die Temperatur auf rund 25 Grad Celsius justiert wird. Gefüttert wird mit Artemien, Mysis und Krill, wenn, ja wenn die Tiere an Frostfutter gewöhnt sind. Viel wird also davon abhängen, wie gut unser Pinzettfisch (der eher einzeln als paarweise gehalten wird) bereits beim Händler auf ein Leben im privaten Aquarium konditioniert wurde!
„Unsere Pinzettfische leben im großen Riffbecken des Aquariums. Sehr schön kann man den schwarzen Fleck auf der Rückenflosse sehen“, beschreibt (http://www.zoo-leipzig.de/unsere-tiere/tier-details/tier/gewoehnlicher-pinzettfisch) der Zoo Leipzig den Augenfleck der Tiere, der auch die Verhaltensforscher immer wieder fasziniert hat. Denn der schützt Pinzettfische vor ihren Feinden. Ganz einfach dadurch, dass Raubfische ihr Opfer in der Regel am Kopf packen. Auch der Leipziger Zoo bestätigt, dass „ein Biss in die hintere Region weniger verheerend und die Flucht noch möglich ist.“
Wenn wir den Fisch in einer Nahaufnahme betrachten, können wir feststellen, dass das eigentliche Auge zudem noch zusätzlich durch eine Binde getarnt ist. Damit gelingt es Pinzettfischen, bei Räubern und Beutegreifern für größtmögliche Verwirrung zu sorgen. Wobei die Augenflecken auch bei Revierkämpfen und anderen innerartlichen Streitereien attackiert werden. Tatsächlich leben nämlich gerade Nahrungsspezialisten oftmals einzelgängerisch und wollen nicht, dass sich andere Vertreter ihrer Zunft im eigenen Lebensraum breit machen.
Die werden, dank ihrer kräftigen Signalfarben, bereits von weitem erkannt. Dennoch kann es nicht im Sinn von „Mutter Natur“ sein, dass sich die Tiere hierbei, bei ihren Revierkämpfen, ernsthaft verletzen. Die Fische richten sich daher antiparallel aus und attackieren jeweils den Augenfleck am Fischende – so lange, bis einer der Kontrahenten aufgibt und sein Heil in der Flucht sucht!
Lediglich futterfeste Pinzettfische, die an Frostfutter gewöhnt sind, können für die Haltung in Privathand in Erwägung gezogen werden. Am besten sollten sich Halter in spe bereits im Händlerbecken davon überzeugen!
Copyright by Peter Hoffmann
Foto: Peter Hoffmann
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