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Jan. 29, 2013 Redaktion Hunde 0
Linsenlösung (Luxatio lentis) bei Hunden – häufig chirurgisch behebbar
Unter einer Linsenluxation versteht man eine vollständige oder teilweise Lageveränderung der Linse. Dieser Teil des Auges ist ein Teil des lichtbrechenden Apparates im Auge. Bei Säugetieren kommen dann noch die Hornhaut, das Kammerwasser und der Glaskörper hinzu. Aufgabe der Linse ist es, ein scharfes Bild von der Außenwelt auf die Netzhaut zu projizieren. Denn dadurch, dass sie ihre Form mithilfe des Ringmuskels verändern kann, kann die Brechkraft der Linse der Entfernung des anvisierten Objekts angepasst werden.
Die Krankheit Luxatio lentis hängt sehr eng zusammen mit dem Aufhängeapparat der Linse. Daher sollte man zumindest ein grobes Wissen davon haben, wie dieser aufgebaut ist, um die Krankheit Luxatio lentis zu verstehen: Der Aufhängeapparat besteht aus sehr dünnen Fasern, die auch als Zonulafasern bezeichnet werden.
Diese Fäden entspringen dem Ziliarmuskel und haften entlang des Linsenäquators an der Linsenkapsel an. Durch die Anspannung des Ziliarmuskels erschlaffen die Zonulafasern, die Linse entspannt sich. Gleichzeitig rundet sie sich ab und wird dicker, so dass das Auge auf Nahsicht eingestellt wird. Umgekehrt wird das Auge durch die Entspannung des Muskels auf weiter entfernte Objekte eingestellt. Dieser Vorgang wird Akkomodation genannt. Bei Hunden ist der Ziliarmuskel nur schwach ausgebildet, auch die Linse ist relativ wenig verformbar.
Dadurch ist das Akkomodationsvermögen bei Hunden nur wenig ausgeprägt. Die Linse befindet sich im Normalfall zwischen Regenbogenhaut und Glaskörper im Zentrum der Pupillaröffnung angesiedelt. Bei der vollständigen Linsenverlagerung (Linsenluxation) verlagert sie sich entweder in die vordere Augenkammer – dann spricht man von Luxatio lentis anterior – oder in den Glaskörperbereich – dann wird es Luxatio lentis posterior genannt.
Daneben gibt es auch eine unvollständige Verlagerung (Linsensubluxation); Dabei verlagert sich die Linse nach oben, unten, zum inneren oder zum äußeren Augenwinkel hin. Weiterhin ist zu unterscheiden zwischen einer primären und einer sekundären Linsen(sub)luxation. Bei der primären (Sub-)Luxation reißen die Aufhängefäden. Das kann entweder durch eine fehlerhafte Anlage oder einen Funktionsverlust der Zonulafasern geschehen.
Mit der sekundären Linsen(sub)luxation bezeichnet man Lageveränderungen der Linse, die infolge anderer Augenveränderungen geschehen. Ursachen dafür können entweder volumenmäßige Vergrößerungen des ganzen Augapfels, entzündliche Veränderungen des vorderen Augenabschnitts sein oder ein fortgeschrittener grauer Star sein.
Diese Krankheit tritt vornehmlich bei Terriern oder deren Kreuzungen auf. Aber auch bei anderen Hunderassen, oder bei Katzen ist sie immer wieder zu beobachten. Durch die Verlagerung der Linse kann es zu einer Störung der anatomischen Strukturen oder der physiologischen Abläufe kommen. Diese Störungen können dann vor allem Veränderungen der Hornhaut, sowie eine Erhöhung des Augeninnendrucks nach sich ziehen.
Hat sich die Linse in die vordere Augenkammer verlagert, ist in jedem Fall ein chirurgischer Eingriff nötig, ist die Linsenluxation als akut zu beschreiben, muss dieser Eingriff beim Hund in aller Regel innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden vonstatten gehen.
Um die verlagerte Linse zu entfernen, muss die vordere Augenkammer um einiges weiter geöffnet werden, als es bei einer Katarakt-Operation nötig ist. Denn bei einer Luxatio lentis muss die Linse entfernt werden, ohne vorher den Kapselsack zu zertrümmern. Ein derartiger Eingriff wird „intrakapsuläre Linsenextraktion“ genannt.
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