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Okt. 10, 2013 Redaktion Vögel 1
Neben dem Japanischen Mövchen sei der Zebrafink ohne Frage der bekannteste Vertreter seiner Familie, ein Vogel, der nahezu den gesamten australischen Kontinent bewohnt, schrieb Carl Aschenborn in den 1970 er Jahren in der Lehrmeister-Bücherei über „Die Prachtfinken“ …
Und in der Tat begegnet (http://de.wikipedia.org/wiki/Prachtfinken) uns sein Bild bereits dann, wenn wir in allgemeinen Online Lexika wie Wikipedia über die Estrildidae (so die wissenschaftliche Bezeichnung der Prachtfinken) recherchieren. Wie beliebt die bunten und variantenreichen Prachtfinken sind, zeigt sich auch daran, dass es sogar eine „Deutsche Zebrafinken Interessengemeinschaft“ gibt (http://www.zebrafinken.org), von der dann auch die unterschiedlichen Farbschläge, vom natürlichen Grau über braun und „Schwarzbart Grau“ bis hin zu weiß aufgezählt werden.
Auch Aschenborn verwies ja bereits auf die zahlreichen Farbmutationen, die bei vielen domestizierten Haustieren auftreten und gerade unter den Zebrafinken im Übermaß bekannt sind. Wobei der Autor, neben all den Schecken, Masken und Creme-Tönen, das „Urmodell“ zu seinem persönlichen Favoriten gekürt hat: „Für meinen Geschmack sind die wildfarbenen Zebrafinken die schönsten!“
Die besiedeln die Trockenregionen Australiens bis heute in großer Zahl und fallen hier, in riesigen Schwärmen, an den Pfützen und Wasserstellen ein. Einzeln kann und darf man die Tiere daher keinesfalls halten, wobei freilich auch kleinere Gruppen (wo sich zwei Hähne dann womöglich um ein Weibchen balgen) nicht ohne Problem sind. Am besten hält man Zebrafinken daher paarweise oder in größeren Trupps, was freilich nur in der Voliere (wo die Tiere ohnehin am besten untergebracht sind) möglich ist.
Tatsächlich verweist auch Aschenborn darauf, dass die sonst so friedlichen Prachtfinken zur Brutzeit mitunter, drohende Rufe ausstoßend, wie wild aufeinander loshacken und sich gleich büschelweise die Federn ausreißen; auch könnten, in einem Gesellschaftskäfig, andere Brutpaare aus ihren Nestern vertrieben werden!
Dennoch scheint eine Vergesellschaftung möglich und wird auf den einschlägigen Portalen auch emsig diskutiert. So empfiehlt (http://www.prachtfinken-freunde.de/australische-ozeanische-prachtfinken-5/zebrafinken-9/haltung-volieren-und-vergesellschaftung-zebrafinken/142-zebrafinken-vergesellschaftung) ein User bei den „Prachtfinken Freunden“ Arten wie Goulds und Mövchen, die „dem Zebrafink auch gewachsen sind“, während ich selbst, in einer entsprechend dimensionierten Voliere, mit Kanrais gute Erfahrungen gemacht habe. Hier brüteten letztere unbehelligt in ihren halboffenen Nestern, während sich die Zebrafinken, zur Brut und Nachtruhe, in ihre Schlafkörbchen zurückzogen.
Freilich gibt es auch Stimmen und Halter, die Zebrafinken (http://www.prachtfinken-freunde.de/australische-ozeanische-prachtfinken-5/zebrafinken-9/haltung-volieren-und-vergesellschaftung-zebrafinken/142-zebrafinken-vergesellschaftung) als kleine Tyrannen bezeichnen und froh darüber sind, dass die Vögel, gegenüber ihren Mitbewohnern, in der Unterzahl sind … letztendlich wird das Unruhepotential der Tiere vermutlich stark mit dem Platzangebot korelieren. Will meinen: In einer großen Voliere wird in der Regel alles halb so wild sein, ganz einfach, weil man sich hier aus dem Weg geht (bzw. gehen kann)!
Ohnehin fühlen sich die Tiere hier, wo sie auch mal fliegen und ihre Muskulatur trainieren können, am wohlsten, während kleine Käfige, die allenfalls Platz bieten, um von Stange zu Stange zu hüpfen, heute zur Recht verpönt sind: „Die Zucht der Zebrafinken ist oft recht ergiebig, zumal er zu jeder Jahreszeit bei uns nistet“, heißt es in „Die Prachtfinken“, wobei diese Brutfreude mitunter als zweischneidiges Schwert daher kommt. Denn oftmals übertreiben die Weibchen dabei, ziehen eine Brut nach der anderen groß, was die Gesundheit der Hennen schwächt und auch den Züchter (schließlich findet man nicht immer adäquate Abnehmer) vor manch Problem stellt. Spätestens dann, wenn eine Henne, die Küken im Nest hat, verstirbt. Denn die Zebrafinkenmännchen werden allein die Brut weder füttern noch großziehen.
Eine Handaufzucht ist dann, wenngleich schwierig und verlustreich, durchaus möglich. Ich selbst bekam, aus einem Wurf mit einer verunfallten Mutter, einen Teil der Küken groß, die dann zwar wunderbar zahm aber niemals ein echter Fink waren. Denn statt mit ihren Artgenossen durch die Voliere zu toben, balancierten die Aufgepäppelten lieber auf einem Brillenbügel, hockten auf unserer Schulter (um ungeniert in ein Ohr zu beißen) oder wühlten sich in und durch unsere Haare. Ansonsten jedoch werden Prachtfinken nur selten zahm: „Zebrafinken sind nicht so anhänglich, wie Wellensittiche oder andere Vögel. Meistens suchen Sie Abstand“, warnt (http://www.zebrafink.info/haltung/haltung-und-unterbringung.html) daher Zebrafink.info schon im Vorfeld. Wer einen zahmen Stubengenossen sucht, sollte sich, in der Tat, bei einer anderen Art umsehen!
Relativ einfach ist dagegen die Fütterung. Freilich sollten, neben dem üblichen Prachtfinkenfutter, auch saubere und unbelastete (!) Wiesenkräuter wie Gänseblümchen, Löwenzahn oder Vogelmiere gereicht werden. Auch Kolbenhirse wird gerne angenommen. Zudem gibt es spezielles Aufzuchtfutter für brütende Vögel.
Auch müssen wir einsehen, dass die meisten Prachtfinken, allemal während der Brut, aber auch im ganz normalen Leben, gerne mal einen Insekten-Snack oder anderes animalisches Futter zu sich nehmen.
Zebrafink in einer Voliere …
… und ein zahmes Exemplar, das Produkt einer ungeplanten, aber unvermeidbaren Handaufzucht!
Copyright by: Peter Hoffmann
Fotos: Peter Hoffmann
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