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Mai 08, 2016 Manuela Vogt Nagetiere 0
Kaninchenschnupfen ist häufiger als manch einer denkt. Ist ein Kaninchen erst einmal erkrankt, wird man diese ansteckende Krankheit schwer wieder los.
Kaninchenschnupfen ist eine hochansteckende Kaninchenkrankheit, die durch verschiedene Erreger verursacht wird. Pasteurella multocida ist dabei der Haupterreger. Beteiligt sein können auch Bordetella bronchiseptica, Streptococcen und Staphylococcen und andere.
Ähnlich wie bei Menschen erfolgt die Ansteckung über Tröpfcheninfektion. Dabei müssen die Kaninchen nicht einmal zusammen gehalten werden.
Es reicht, wenn sie sich im gleichen Raum aufhalten. Über die Luft und umherfliegenden Staub werden die Erreger verbreitet und gelangen so von einem Tier zum anderen. Auch eine indirekte Ansteckung durch den Halter, der die Keime durch Streicheln und Zubehör umherträgt.
Begünstigt werden Ansteckung und Ausbruch des Kaninchenschnupfens durch Stress, neu hinzu gekommene Tiere, schlechte Haltungsbedingungen, mangelnde Luftqualität und vor allem starke Ammoniakdämpfe aufgrund von zu seltenem Misten.
Kaninchenschnupfen beginnt meist mit wässrigem Nasenausfluss und Niesen, ohne dass es den Tieren dabei schlecht geht. Doch unbehandelt schreitet diese Erkrankung weiter fort. Der Ausfluss wird eitrig und verklebt die Nasenöffnungen. Augenausfluss gesellt sich hinzu und wird im Verlauf ebenfalls entzündlich. Manchmal breiten sich die Erreger zu den Ohren hin aus und verursachen eine Ohrentzündung mit Kopfschiefhaltung als Folge. Auch schleichende und oft tödlich endende Lungenentzündungen kommen vor.
Kaninchenhalter sollten schon bei den ersten Symptomen einen Tierarzt aufsuchen, um das Fortschreiten zu verhindern. Der Tierarzt kann anhand einer Allgemein-Untersuchung bereits eine sichere Diagnose stellen. Mit Hilfe einer Tupferprobe, bei der etwas von dem Nasenausfluss mikroskopisch untersucht wird, können die verantwortlichen Erreger identifiziert werden. Das wird gemacht, um das wirksamste Antibiotikum für die Behandlung zu wählen.
Eine Impfung ist möglich, ist unter Kaninchenhaltern aber sehr umstritten und schützt nicht 100% gegen eine Infektion. Die beste Vorsorge ist Hygiene und das Vermeiden von Stress. Neue Tiere sollten zudem einige Wochen in Quarantäne und erst dann zu den eigenen Tieren gesetzt werden.
Die Behandlung ist von der Schwere der Erkrankung abhängig. Inhalationen mit Kochsalzlösungen lösen Schleim und erleichtern den Kaninchen das Atmen. Der Halter sollte außerdem Nase und Augen des betroffenen Tieres sauber halten und Verkrustungen aufweichen, um sie zu lösen.
Eine Behandlung mit Antibiotika ist in den meisten Fällen nötig und sinnvoll. Zusätzlich können Spülungen gemacht und das Immunsystem des Kaninchens unterstützt werden.
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