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März 30, 2016 Manuela Vogt Hunde 0
Hunde nehmen das Magnetfeld der Erde wahr. Inzwischen ist sich die Wissenschaft sicher, dass Hunde es sogar sehen können.
Bereits 2014 fand Zoologin Sabine Begall der Universität Duisburg-Essen heraus, dass Hunde beim Koten und Urinieren das Magnetfeld der Erde berücksichtigen. 70 Hunde wurden innerhalb von zwei Jahren insgesamt 7000x beim Verrichten ihres Geschäfts beobachtet. 80% richteten sich, wenn sie dabei nicht angeleint waren, nach Nord-Süd aus.
Das allein gibt noch keinen Hinweis auf die Wahrnehmung von Magnetfeldern. Doch kam es während der Untersuchung zu Sonnenstürmen, die zu einer Verzerrung des Magnetfeldes führen, standen die Hunde beim Häufchen-machen kreuz und quer.
Das Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung hat gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, den Universitäten Göttingen und Duisburg-Essen wie auch der Goethe-Universität Frankfurt am Main weiter geforscht. Schon länger ist bekannt, dass sich viele Tiere am Magnetfeld orientieren. Zugvögel zum Beispiel würden anders ihren Weg Richtung Süden gar nicht finden. Auch Fische, Reptilen und einige Säugetiere nutzen den Magnetsinn.
Vögel besitzen das Cryptochrom 1a in den Lichtsinneszellen ihrer Augennetzhaut, welches vom Magnetfeld aktiviert wird. Das kann aber nur passieren, wenn es gleichzeitig durch Licht angeregt wird. Im Dunkeln funktioniert dieser Sinn nicht. Diese Eigenart macht es den Vögeln möglich, Neigungen des Magnetfelds zu erkennen.
Wissenschaftler untersuchten weitere Tieraugen von insgesamt 90 Säugetierarten und fanden heraus, dass vor allem bei Raubtieren und Affen ebenfalls das Cryptochrom 1a im Auge zu finden ist. Nachgewiesen wurde es bei Hunden, Wölfen, Füchsen, Bären und Affen. Bei Menschen und Katzen, Tigern und Löwen war es nicht zu finden. Sie gehen deshalb davon aus, dass ihr Magnetsinn ebenfalls an das Sehsystem gekoppelt ist.
Das Nichtvorhanden von aktivem Cryptochrom bedeutet aber nicht, dass kein Magnetfeld wahrgenommen wird. Auch Fledermäuse und einige Nagetiere orientieren sich am Magnetfeld, haben aber ebenfalls kein aktives Cryptochrom in ihrer Netzhaut. Es gibt somit mehrere Möglichkeiten, magnetische Felder wahrzunehmen, doch nicht alle sind schon ausreichend erforscht.
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