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Juni 10, 2017 Manuela Vogt Nagetiere 1
Der Hamster knabbert an den Gitterstäben seines Käfigs? Der metallische Geschmack ist selten der Grund. Langeweile ist die Hauptursache.
Die heutigen Hamster stammen alle von Wildhamstern ab und tragen nach wie vor deren Instinkte in sich. In der Natur laufen Hamster jede Nacht viele Kilometer und bauen riesige Bauten mit beeindruckenden Gängesystemen.
Sie müssen sich nebenbei vor Feinden in Acht nehmen, Kontrahenten aus ihrem Revier vertreiben und haben auch während der Paarungszeit und der anschließenden Jungtieraufzucht genug zu tun. Langeweile kennt ein wildlebender Hamster sicher nicht.
Lebt ein Hamster aber in einem kleinen Käfig, fehlen ihm viele Möglichkeiten, seine ursprünglichen Instinkte auszuleben. Der Platz reicht nicht aus, um kilometerweit zu laufen und die Einstreu ist entweder zu knapp bemessen oder eignet sich nicht zum Anlegen von Gängen.
Das Futter wird als Fertigmischung in den Futternapf gekippt. Es lässt sich gerade noch ein paar Zentimeter in das danebenliegende Häuschen schleppen. Mehr Beschäftigung bietet es nicht.
So gesehen sollte es nicht verwunderlich sein, wenn ein Hamster an den Gitterstäben knabbert.
Schon bei der Größe des Hamsterheims sollte nicht gespart werden. Je größer, umso besser ist es für den Hamster, weil es mehr Bewegungsfreiraum bietet. Ein Käfig oder Terrarium mit den Maßen 150 x 60 cm oder mehr dürfen es schon sein. Die häufig angegebenen Mindestmaße für Kleintierkäfige sind teilweise veraltet und nach heutigem Wissensstand alles andere als artgerecht.
Als Einstreu sind handelsübliche und staubarme Kleintierstreu grundsätzlich geeignet. Diese sollte 30-40 cm hoch eingestreut werden, um ein Buddeln zu ermöglichen. Zusätzlich sollte Bereiche mit anderem Bodengrund angeboten werden, z.B. Erde und Sand-Lehm-Gemisch.
Eingebaute Etagen vergrößern die Grundfläche immens, doch sollte immer darauf geachtet werden, dass sie so angelegt sind, dass sich ein Hamster bei einem Sturz nicht verletzen kann. Röhren, Tunnel, Brücken und Höhlen machen das Hamstergehege komplett.
Ganz entscheidend für ein artgerechtes Hamsterleben ist die Beschäftigung über das Futter. Hamsterfutter bzw. Sämereien können im Käfig verteilt statt in der Futterschüssel serviert werden. Auch in leeren Toilettenpapierrollen lässt es sich verstecken, wenn die Enden mit etwas Küchenpapier oder Heu verschlossen werden. Zweige, zum Beispiel Haselnuss oder Obstbaum, können an die Decke gehängt werden, sodass sich Hamster zum Erreichen aufrichten müssen.
Kein Hamster knabbert an den Gitterstäben, wenn er so artgerecht gehalten und auf diese Weise täglich abwechslungsreich beschäftigt wird. Je nach vorheriger Haltung kann dieses Beißen in das Käfiggitter aber bereits zur Gewohnheit geworden sein. In diesem Fall hilft nur Geduld und eventuell eine leichte Umgestaltung des Käfigs, um eingefahrene Muster zu unterbrechen.
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