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Feb. 01, 2013 Redaktion Hunde 0
Zu spät behandelter grüner Star (Glaukom) führt auch bei Hunden zum Erblinden.
Das sogenannte Glaukom, umgangssprachlich auch grüner Star genannt, bezeichnet einen Anstieg des Augeninnendrucks und die daraus resultierenden Schädigungen von Sehnerv und Netzhaut. Beim Menschen ist diese Erkrankung im Alter größtenteils bekannt. Dass es auch Hunde treffen kann, ist hingegen nicht so präsent.
Grundsätzlich beträgt der Innendruck des Auges ob nun beim Menschen oder beim Tier zwischen 10 und 20 mmHg. Durch eine konstante Herstellung von sogenanntem Kammerwasser im Auge wird der Augendruck aufrecht erhalten. Weitere Funktionen der transparenten Augenflüssigkeit sind der Abtransport von Stoffwechselendprodukten, aber auch die Versorgung der inneren Augenstruktur.
Das Kammerwasser muss gleichmäßig zu- und wieder abfließen können, damit dieser Vorgang funktionieren kann. Besteht in diesem sensiblen Vorgang ein Ungleichgewicht, kommt es durch die konstante Produktion und Zuführung von Kammerwasser zum Druckanstieg im Auge und damit zu einem Glaukom.
Je nachdem um welche Behinderung beim Abfluss des Kammerwassers es sich genau handelt, unterscheidet man zwischen einem Primär- und einem Sekundärglaukom.
Das Primärglaukom wird durch erblich bedingte oder angeborene Veränderungen im sogenannten Kammerwinkel des Auges hervorgerufen. Diese verursachen einen plötzlichen und mehr oder minder starken Druckanstieg oder Druckabfall des Kammerwassers.
Durch die erblich bedingte beziehungsweise angeborene Erkrankung sind meist die Kammerwinkel in beiden Augen betroffen. Daher ist es wahrscheinlich, dass nach der Erkrankung des ersten Auges, auch im zweiten Auge irgendwann der Innendruck ansteigen wird.
Sekundärglaukome hingegen, sind Folge einer vorherigen Augenerkrankung, welche zu einer Abflussstörung des Kammerwassers geführt hat. Chronische Entzündungen der Uveitis (Aderhaut), Blutungen im Auge des Hundes oder auch Tumorerkrankungen sind hier die häufigsten Ursachen.
Ist ein grüner Star akut, kann es durch den Druckanstieg im Auge (je nachdem wie widerstandsfähig das Auge ist, Höhe und Geschwindigkeit des Druckanstiegs) zu einer Erblindung des betroffenen Auges kommen. Durch den erhöhten Innendruck werden die Nervenfasern im Auge unterbrochen und die Nervenzellen in der Netzhaut sterben nach und nach ab. Diese Form der Erblindung ist irreparabel. Daher muss ein akutes Glaukom so schnell wie möglich behandelt werden.
Oftmals unterschätzen Hundebesitzer den Ernst der Lage und vermuten aufgrund ähnlicher Symptome eine leichtere Erkrankung der Augen, wie zum Beispiel einen grauen Star. Meistens tritt das Glaukom im Gegensatz zum grauen Star zunächst auf einer Seite auf und fällt dem Besitzer mehr oder weniger stark auf.
Merkmale des grünen Stars sind eine Trübung der Hornhaut und eine Rötung des Auges. Hundebesitzer sollten sobald sie bei ihrem Tier eine Erkrankung am grünen Star vermuten, mit einer Taschenlampe die Reaktion der Pupillen des Hundes testen. Ein leicht erkennbares Symptom eines Druckanstiegs im Auge des Tieres ist eine starre, mittelweit offene Pupille, die gar nicht oder kaum auf das Licht der Taschenlampe reagiert. Dies nennt man einen fehlenden Pupillar-Licht-Reflex.
Aufmerksamen Hundebesitzern dürfte außerdem eine Verhaltensänderung ihres Tieres nicht entgehen. Da das Tier vermutlich mittlere bis starke Schmerzen verspürt, wird es sich anders verhalten, als der Besitzer es gewohnt ist. Ist das Glaukom bereits chronisch, vergrößert sich auch der Augapfel des Tieres. In diesem Stadium ist das Sehvermögen des Hundes irreparabel geschädigt. Ab diesem Punkt kann man nur noch versuchen, dem Tier mit Hilfe von Medikamenten die Schmerzen zu erleichtern.
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