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Aug. 27, 2013 Redaktion Aquaristik, Fische 1
Ohne Frage sind Goldfische ( http://www.berlin.de/special/haustiere/2952223-2840263-goldfische-brauchen-viel-platz-und-wenig.html )und ihre Zuchtformen die ältesten Zierfische der Menschheit, die bereits zu Zeiten der chinesischen Kaiser gehegt und gepflegt wurden. Oftmals in Tongefäßen, so dass die Tiere ausschließlich von oben betrachtet werden konnten …
Das aus gutem Grund. Denn bereits im 15. und 16. Jahrhundert entstanden Spielarten, deren Schwanzflosse prachtvoll verlängert und geteilt war. „Normale“ Goldfische werden dagegen, wie Dr. Ulrich Baensch in (s)einer „Kleine Zierfischkunde“ (Tertra Verlag) bestätigt, im Reich der Mitte bereits im 10. Jahrhundert erwähnt … Goldfische und Schleierschwänze haben also eine lange gemeinsame Geschichte mit uns Menschen, sind altgediente Haustiere, die auch heute noch sehr populär sind.
Wobei spätestens die Schleierschwänze jedoch nicht mehr für ein Leben im Gartenteich gemacht sind. Vielmehr gehören die prachtvollen Fische mit ihrem ausladenden Flossenbehang in ein großes Zimmeraquarium, das nur mäßig warm ist.
Um die 18 Grad sollte hier die Wassertemperatur betragen, wobei durchaus auch Temperaturen bis 26 Grad Celsius toleriert werden. Dennoch sollten wir nicht den Fehler begehen, Schleierschwänze zusammen mit anderen Warmwasserfischen, gar in einem typischen Gesellschaftsbecken, zu halten. Denn die Tiere graben stark, ähneln daher, im Verhalten, manchen Buntbarschen, die ein ganzes Becken umpflügen und damit jede Dekoration ruinieren können.
Zudem neigen Goldfisch & Co., wie viele Karpfenartige, dazu, Pflanzen anzuknabbern und die Triebspitzen abzubeißen. Baensch erinnert zudem an den ständigen Appetit der Tiere, der, zusammen mit der schnellen Verdauung (und dem daraus resultierenden Kot!), eine starke Filterung und einen regelmäßigen Frischwasserzusatz erfordere …
… am besten hält man die Tiere daher in einem reinen Artenbecken, das entsprechend gestaltet und dekoriert wird. Ausschließlich mit sehr robusten Pflanzen, wobei viele Halter, bei der Aquarienreinrichtung, auch auf Gewächse verzichten und allein auf Steine und Holz setzen.
Für grüne Farbtupfer sorgt dann Javamoos, das an der Dekoration oder der Rückscheibe fixiert wird. Denn das robusten Gewächs (die Pflanze wird mitunter sogar für (Feucht) Terrarien genutzt!) aus Südostasien wird auch mit den Gegebenheiten eines Kaltwasserbeckens und den emsig rupfenden Fischen problemlos klar kommen. Sind die Moospolster vom aufgewirbelten Mulm zu unansehnlich geworden, sollte unser Javamoos aus dem Becken gelöst und ausgewaschen, ggf. auch ersetzt werden.
Freilich müssen wir darauf achten, dass sich die Schleierschwänze mit ihrem ausladenden Flossenbehang nicht an der Beckeneinrichtung verletzten können. Ohnehin mögen die ruhigen Fische viel freien Schwimmraum.
Die „Kleine Zierfischkunde“ warnt davor, dass die Temperatur nicht unter 12 Grad absinken darf. Ebenso wissen wir heute freilich, dass auch zu hohe Temperaturen jenseits der 24 Grad Marke den Fischen eher schaden … ein Grund mehr also für ein reines Artenbecken mit einer artgerechten Fütterung. Die besteht aus Flocken und Sticks, die entsprechend der Größe der Fische dimensioniert sind.
Auch Lebendfutter, wie Regenwürmer, wird von größeren Exemplaren „dankbar schmatzend“ angenommen. Doch sollten wir bedenken (auch bei Buntbarschen & Co.), dass Regenwürmer sehr fett sind und daher eher als gelegentlicher Leckerbissen in Betracht kommen.
Natürlich sollte auch das Becken mit der Größe der Tiere Schritt halten. Tatsächlich nämlich sind Goldfische und Schleierschwänze durchaus anspruchsvolle Pfleglinge, wobei die richtige Behausung erst aber einer Kantenlänge von einem Meter anfängt.
Völlig ungeeignet sind dagegen die althergebrachten, kugel-förmigen Goldfischgläser, die noch von unseren (Groß)Eltern genutzt wurden. Ohnehin gibt es nämlich zwei weitere düstere Schatten, die auf dieser langjährigen Liaison Mensch-Goldfisch lasten:
Manche Zuchtformen sind so ausgeprägt, dass den Tieren das Schwimmen schwer fällt, weswegen manche Spielarten des Goldfischs heute zu den Qualzuchten gezählt werden. Andererseits müssen wir einsehen, dass Goldfische immer wieder von Haltern, die der Tiere überdrüssig wurden, ausgesetzt werden. Da viele dieser Tiere überleben (und dabei allenfalls ihren auffälligen Glanz einbüßen), gilt der Goldfisch heute als so genannter Neozoon, der unsere heimische Fauna verfälscht hat!
Copyright by: Peter Hoffmann
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