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Aug. 06, 2017 Manuela Vogt Nutztiere 1
Sogenannte „Zitterferkel“ beginnen kurz nach der Geburt stark an zu zittern. Die Ursache für dieses Ferkelzittern wurde inzwischen gefunden.
Die Ferkel beginnen direkt nach der Geburt mit dem Zittern, welches nicht durch Kälte verursacht wird. Durch das Zittern können die Ferkel nicht ausreichend Muttermilch trinken und würden unweigerlich verhungern. Bei intensiver Pflege mit Flaschenfütterung verschwinden die Symptome nach nur wenigen Wochen wieder.
Lange Zeit wusste niemand, was die Ursache für das Ferkelzittern ist. Obduktionen hatten neurologische Schäden bei den Ferkeln zum Ergebnis, die bereits im Mutterlaib entstanden sein müssten.
Vermutet wurde schon länger ein Virus, welches das Institut für Virologie an der Veterinärmedizinischen Uni Wien nun identifizieren konnte. Zuvor konnte kein bekanntes Virus nachgewiesen werden, denn es wird in erster Linie auf eine Datenbank von bereits erforschten Viren zugegriffen und nach Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten gesucht. Erst als Forscher aus den USA das atypische Pestivirus entdeckten, gelangten die Wiener Forscher endlich auf die richtige Spur.
Das gefundene Pestivirus lässt sich aber pathologisch schwer nachweisen, sodass noch weitere Forschung betrieben werden muss, bis sichere Informationen zur Krankheitsentstehung und eine geeignete Therapie gefunden sind.
Für die weitere Forschung und der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nötig, das Virus in bestimmten Zellen zu vermehren und mehr über seine Entwicklung herauszufinden. Dies stellt für die Wissenschaftler die größte Herausforderung dar, denn im Mutterschwein ist das Virus immunbedingt nicht nachweisbar. Auch das Kolostrum liefert nur veränderte bzw. maskierte Viren, weil es zugleich Antikörper enthält. Lediglich bei jungen Schweinen, die das Ferkelzittern überstanden haben, konnten die Viren noch einige Zeit später nachgewiesen werden.
Möglicherweise wird das Virus bei der Paarung übertragen, denn bei einem geschlechtsreifen Eber wurde das Virus sowohl im Speichel als auch im Sperma gefunden. Um mehr herauszufinden, hoffen die Wissenschaftler auf die Unterstützung der Landwirte, um weitere Speichelproben auswerten zu können.
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