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Aug. 05, 2013 Redaktion Aquaristik, Fische 0
Jeder, der sich eingehender mit den Lebensbedingungen tropischer Zierfische in ihrer natürlichen Heimat befasst, muss einsehen, dass unsere bunten Lieblinge, zu Hause, oftmals auch als Speisefisch in Betracht kommen. Etwa die prächtigen Fadenfische, die, zusammen mit anderen Labyrinthfischen, in ihrer asiatischen Heimat genussvoll verzehrt werden …
Das gilt auch für den prächtigen Diskus, der, hierzulande und in den Staaten, zu hohen Preisen gehandelt wird und dennoch, bei den Indios am Amazonas, gefangen und anschließend, ganz profan, verspeist wird. Man dürfe nicht vergessen, dass der Diskus in Brasilien ein ganz normaler Speisefisch sei, heißt (http://www.diskusportal.de/diskusfang-an-einem-diskus-biotop-igarape-curupira-t10400.html) es daher in einem einschlägigen Forum. Andere Länder andere Sitten also, wenn wir bedenken, dass die Tiere in Dr. Ulrich Baenschs „Kleiner Zierfischkunde“ (Tetra Verlag) einst sogar als Könige unter den Zierfischen tituliert wurden: „Es sind ruhige, stolze, eindrucksvolle und begehrenswerte Fische.“
Begehrt ist der Diskus in der Tat. Schon aufgrund seiner Größe, die gut und gerne an den Handteller eines ausgewachsenen Mannes heranreicht. Vielleicht einer der Gründe, warum sich auch Laien an den Schaubecken der Händler ein ums andere Mal ihre Nase breit drücken!? Wobei hier, neben Tieren in Wildfärbung, dann meist auch allerhand Farbvarianten dabei sind:
Tatsächlich gibt es heute auch blaue, orange- oder fast fleischfarbene Tiere, die dann mit phantasievollen Namen, als Blue Diamond, Fire Red oder als Blood-Variante daher kommen. Was man letztendlich bevorzugt, ist natürlich Geschmacksache. Bereits hier kann man jedoch erahnen, dass die kommerzielle Diskuszucht auch und gerade ein großes Geschäft ist …
Wer sich an und mit diesen „Königen“ im eigenen Becken versuchen will, muss natürlich einiges bedenken. Leider sei der Diskus auch nur für Könige unter den Aquarianern geeignet, schrieb Baensch. Es brauche schon einige Voraussetzungen, um ein erfolgreicher Halter oder gar Züchter zu werden. Vor allem die Wildfänge betrachtete Baensch mit einer gewissen Skepsis. Denn die seien, so der Fachbuchautor, noch einmal deutlich empfindlicher als die Nachzuchten!
Vor allem muss – an sich selbstverständlich angesichts der Größe -, ein Becken für einen Schwarm Diskus-Fische ausreichend dimensioniert sein. Die Tiere fühlen sich nämlich in Trupps von mindestens sechs Tieren am wohlsten … und bedenkt man dann, dass pro Diskus ein Volumen von etwa 75 Litern angesetzt wird, bekommt man rasch einen Eindruck davon, wie groß ein Aquarium für die eindrucksvollen Buntbarsche schlussendlich sein muss.
Wobei, ähnlich dem Skalar, neben der Füllmenge auch die Beckenhöhe (Minimum 50 bis 60 Zentimeter) eine Rolle spielt. Allein mit einer großen Grundfläche wird es also nicht getan sein. Die „Kleine Zierfischkunde“ ging dann, in den 1970 er Jahren, obendrein von einer abwechslungsreichen Ernährung mit Lebendfutter aus, wohingegen heute viele Nachzuchten auch an Flockenfutter gewöhnt sind. Was nicht heißt, dass der Diskus ein Kostverächter ist. Denn angesichts einer lebenden und zappelnden Beute werden auch die sonst so ruhigen Fische ein deutliches Temperament zeigen. Ebenso werden wir bald feststellen, dass Frostfutter beim Diskus ganz hoch im Kurs steht.
Dennoch sollten wir beachten, dass sich unsere Diskusfische ihr Becken nicht mit allzu wendigen Arten teilen (müssen). Denn dann könnten die Buntbarsche, trotz ihrer stattlichen Größe, beim Futter rasch zu kurz kommen. Geeignet sind, ohne Frage, ruhigere Salmler wie der Neon. Beim Kirschflecksalmler fürchten dagegen manche (http://www.diskusportal.de/kirschflecksalmler-t18672.htm), dass die bereits zu wendig und am Futter zu aggressiv sind. Blutsalmler indes neigen dazu, anderen Mitbewohnern die Flossen an- oder gar die Augen auszubeißen, weswegen manche eher zu Fadenfischen als Mitbewohner tendieren.
Das, der Sprung auf einen anderen Kontinent, mag manchen freilich als Stilbruch erscheinen … letztendlich gilt es also, zu experimentieren. Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass eine Vergesellschaftung mit Bodenbewohnern wie Panzerwelsen überhaupt kein Problem ist.
Die Wassertemperatur selbst darf mit bis zu 29 Grad recht hoch sein. Zur Bepflanzung kommen, neben den amerikanischen Echinodorus-Arten (Schwertpflanzen), natürlich auch Javafarn und Vallisnerien in Betracht. Baensch empfiehlt zudem Wurzelholz und große Blumentöpfe als Versteckmöglichkeiten, die unter Umständen mit Javamoos kaschiert und begrünt werden.
Was die Wasserwerte angeht, geht die „Kleine Zierfischkunde“ von einem sehr weichen und schwach sauren Milieu (6 bis 6,5 pH; 1 bis 3 °dH) aus. Wobei es auch hier natürlich sehr darauf ankommt, ob wir es mit Wildfängen oder aber einer Nachzucht in der x-ten Generation zu tun haben: „Unsere Diskusfische sind seit vielen Generationen an ein härteres Wasser (Leitungswasser) gewöhnt“, stellt ( http://www.diskuszucht-stendker.de/plugins/pdfs/3.4._Wasserwechsel_Aquarium_Reinigung_Wassermesswerte.pdf ) zum Beispiel die Diskuszucht Stendker klar.
Hochinteressant ist übrigens die Vermehrung bzw. Aufzucht der Diskus-Brut. Die nämlich wird von den Eltern eine Zeitlang mit einem Hautsekret „gesäugt“, pardon: ernährt. Dieser „königliche Fisch“ ist also ein sehr interessanter Zeitgenosse!
Copyright by Peter Hoffmann
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