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März 21, 2018 Redaktion Allgemein, Nutztiere, Tierbedarf, Videos & Bilder, Wildtiere 5
Das Alpaka & dessen Lebensgewohnheiten
Schon vor etwa 7.000 Jahren begannen die Ureinwohner Südamerikas damit, Alpakas zu halten, um ihre Wolle zur Weiterverarbeitung zu nutzen und um sich von ihrem Fleisch zu ernähren.
In Deutschland werden sie seit 1996 als landwirtschaftliche Nutztiere im Sinne des §51 BeWG (Bewertungsgesetz) anerkannt.
So setzte es sich in den letzten Jahren vermehrt durch, dass dieses Nutztier in Deutschland nicht nur in Nutz- und Zuchtvereinen, sondern auch in privaten Haushalten als Haustier gehalten werden.
Das Alpaka (lat. Laurasiatheria) gehört zu der Familie der Kamele. Umgangssprachlich werden sie auch „Neuweltkamele“ genannt.
Bei diesen Tieren unterscheidet man zwischen dem Huacaya und dem Suri.
Das Huacaya-Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser und einige Deckhaare, die möglichst fein sein sollten.
Beim Suri-Alpaka allerdings weist die Faser keine Kräuselung auf. Somit bildet dessen Haar gelockte, gerade Strähnen, die am Tier herabhängen.
Sie sind wie alle Kamele soziale Tiere und fühlen sich in Gruppen am wohlsten.
Als Pflanzenfresser ernähren sie sich hauptsächlich von Gräsern. Ihr Magen besteht aus 3 Teilen/Abschnitten, was das Verdauen der Pflanzennahrung erleichtert. Um Ihr Futter im Maul zu zerkleinern, wird dieses mittels ihrer Kauplatten zermahlen.
Es ist ratsam, diese Tiere einmal im Jahr zu scheren. Je nach Größe eines Tieres, können jährlich drei bis sechs Kilogramm geschorene Rohwolle zusammenkommen, von der jedoch meist nur ein bis drei Kilogramm nutzbar ist. Den nutzbaren Teil kann man zum Beispiel zu hochwertigen Alpakagarn verarbeiten. Die Verarbeitung von Alpakawolle ähnelt dem Verfahren der Schafwollverarbeitung.
Des Weiteren müssen die Zehennägel regelmäßig geschnitten werden.
Der Eisprung der Alpakastute wird erst durch den Deckakt veranlasst. Dies bedeutet, dass die Stuten das ganze Jahr über trächtig werden können.
Natürlich freut dies den meisten Alpakazüchtern, da sie aufgrund dieser Ovulation nicht an eine bestimmte Jahreszeit oder Saison gebunden sind.
Sollte eine Stute Nachwuchs erwarten, trägt sie ihn zwischen 340 und 345 Tage im Mutterleib. Danach gebärt sie in den meisten Fällen ein einzelnes Jungtier, welches anschließend circa sechs bis acht Monate gesäugt wird. Nach ungefähr 12 bis 24 Monaten erreicht dieses seine Geschlechtsreife.
Wer sich vornimmt Alpakas zu halten, sollte dabei auf einige Dinge achten:
Die Weide sollte auf alle Fälle eingezäunt werden. Hierzu eignen sich Knotengittergeflechte oder einfacher Koppelzaun mit stromführende Drähte und Litzen. Natürlich kann man auch aufwendige Koppelumzäunungen setzen. Von Umzäunungen mit Stacheldraht ist aufgrund der Verletzungsgefahr unbedingt abzuraten.
Die Höhe des Zaunes sollte mindestens 1 Meter hoch sein. Laut Haltungsempfehlungen eine Zaunhöhe von 1,40 m ratsam. Bei der Planung der Umzäunung sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Alpakas nicht unter der Umzäunung durchlaufen/sich durchzwängen können. Die geeignete Einzäunung hängt besonders auch vom Standort der Tiere ab. Hierzu kann man sich bei seiner Versicherung erkundigen, welche Einzäunung sich am besten für seine Betriebslage eignet.
Da Alpakas selbst nicht anspruchsvoll sind, könnte man sie beispielsweise auch in alte verwinkelte Ställe unterbringen. Den Tieren reicht auch trockener sowie windfreier Unterstand, sodass sie vor Regen, Schnee, Wind und Sonne geschützt sind.
Man empfiehlt jedoch, den Unterstand größer zu bauen, damit genügend Platz für alle Tiere der Herde ist. Somit werden die rangniedrigen Tiere von den stärkeren nicht nach draußen gestoßen. Der Boden des Stalles muss eben, rutschfest und trocken sein. Hierfür eignet sich am besten eine Einstreu mit Stroh oder Heu.
Da den Alpakas über den Wintermonaten ein dickes Winterfell wächst, kann man sie ohne Probleme in dieser Zeit draußen lassen. Sollte es ihnen doch etwas zu kalt werden, ziehen sich einfach in ihren Unterstand zurück.
Um den Tieren eine geregelte Verdauung zu bieten, welches zugleich deren Wiederkautätigkeit fördert, sollte ihnen Strukturfutter in Form von Heu oder auch Stroh gegeben werden.
Des Weiteren mögen sie es an Zweigen, trockenem Gestrüpp und Baumstämmen herumzuknabbern.
Kleiner Tipp: Der Besuch eines Tierarztes läuft wesentlich leichter ab, wenn das Tier bzw. die Tiere die Nähe des Menschen gewohnt sind. Somit erspart man dem Tier eine Menge Stress und Angst. Hierzu kann man das Tier auch daran gewöhnen, gelegentlich ein Halfter zu tragen, um es an einer Leine führen zu können.
Da Alpakas sehr soziale Tiere mit einer ausgeprägten Rangordnung sind, sollte man nie ein Tier allein halten. Es könnte sich einsam fühlen, was nicht gut für seine Gesundheit ist. Es können aber gut mehrere Hengste und/oder Wallache – dann aber ohne Stuten – oder Stuten in einer Stutenherde zusammen gehalten werden.
Junge Alpakahengste müssen artgerecht erzogen werden. Für den Tierhalter bedeutet das: Junghengste müssen, bis sie mindestens ein Jahr alt sind, in Ruhe gelassen werden. Ein zu enger Kontakt mit dem Menschen führt dazu, dass der ausgewachsene Hengst später keinen Abstand wahrt. Es kommt dann immer wieder zum Kräftemessen und das kann ernsthafte Folgen haben (Fehlprägung / Berserk-Male-Syndrom).
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