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Sep. 17, 2012 Redaktion Hunde 1
Die wichtigsten Informationen zum Thema Bandscheibenvorfall bei Hunden auf einen Blick
Der Discusprolaps, im Volksmund besser bekannt als Bandscheibenvorfall funktioniert beim Hund prinzipiell genauso wie beim Menschen. Dabei ist eigentlich der einzige Unterschied, dass folgendes Problem bei einem Vierbeiner statt bei einem Zweibeiner auftritt. Zunächst einen kurzen Überblick über den anatomischen Aufbau: Die Wirbelsäule besteht, wie jedem bekannt sein dürfte, aus den einzelnen Wirbeln.
Zwischen diesen befinden sich jedoch noch knorpelartige Gewebe, die sozusagen als „Stoßdämpfer“. Sie verhindern, dass die knöchernen Wirbel direkt aufeinander drücken beziehungsweise reiben und mildern, wie bereits erwähnt Stöße ab. Darüber hinaus schützen sie auch die große Menge an Nerven, die sich im Bereich der Wirbelsäule sammeln.
Insgesamt ist es noch sehr wichtig, dass die Bandscheiben die Beweglichkeit der Wirbelsäule fördern, die durch den Bandscheibenvorfall ebenfalls stark eingeschränkt sein kann.
Was bei dieser Erkrankung der Wirbelsäule genau passiert: Im inneren jeder Bandscheibe befindet sich eine sehr empfindliche Masse, der sogenannte Gallertkern. Tritt ein sogenannter Bandscheibenvorfall ein, so ist es der Fall, dass eben dieser Gallertkern durch einen starken Druck aus der äußeren Schutzhülle, aus der die Bandscheiben außerdem bestehen, heraustritt.
Dies geht nicht nur mit der starken, bereits erwähnten Unbeweglichkeit einher, sondern verursacht zudem extreme Schmerzen. Der Gallertkern bewegt sich dabei in die Richtung des Rückenmarkskanals oder des Spinalnervenkanals, was dort dann einen großen Druck auf die Nerven ausübt und dadurch die Schmerzen auslöst.
Der Bandscheibenvorfall tritt in der Regel ziemlich plötzlich ein und löst oft eine starke Schwellung im Rückenbereich aus. Weitere Symptome eines Bandscheibenvorfalls beim Hund, deren genaue Auswirkung von der Stelle und der Schwere des Vorfalls (also wie weit der Gallertkern heraustritt) abhängt, können schlimmstenfalls sogar Lähmungserscheinungen sein.
Die eingeschränkte Beweglichkeit des Hundes äußert sich dadurch, dass sein üblicher Bewegungsdrang vermindert wird. Die Schmerzen sind dafür selbstverständlich eine entscheidende Ursache. Beides kann sich auch dadurch äußern, dass der Hund eine ungewöhnliche Haltung annimmt, oder indirekt betroffene Beine zum Beispiel hinterherschleift, also ein Verhalten aufweist, durch welches das Tier versucht, den Schmerzen entgegenzuwirken.
Auch ein steifer Hals kann durch diese Wirbelsäulenerkrankung auftreten oder sie kann durch den Druck auf bestimmte Nerven die Erklärung für eine auftretende Inkontinenz des Hundes sein.
Zwar können die beschriebenen Probleme bei allen Hunderassen auftreten, besonders gefährdet ist sind jedoch leider sogenannte „überzüchtete“ Rassen, wie der Dackel, bei dem ohne Rücksicht auf Verluste bewusst immer kürzere Beine und längere Rücken erwünscht sind. Dies betrifft auch einige andere, insbesondere kleinere Rassen, bei denen auf eine bestimmte Körperform wert gelegt wird.
Jedoch ist selbstverständlich bei jedem Hund Vorsicht geboten, sobald der Verdacht eines Bandscheibenvorfalls besteht.
Sollte dies der Fall sein, ist es unbedingt notwendig, eine Diagnose vom Tierarzt durch Röntgen oder Tomografien zu stellen. Je nach Schweregrad wird dann eine medikamentöse Behandlung einhergehend mit einer vorrübergehend Ruhigstellung notwendig, oder in schlimmeren Fällen auch eine Operation.
Danach darf der Rücken des Hundes nur nach und nach wieder belastet werden, manchmal ist sogar noch eine spezielle Physiotherapie erforderlich. Bei den schlimmsten Fällen mit bleibenden Schäden kann eine Einschläferung leider der einzig mögliche Weg sein, das Tier von seinen Leiden zu befreien.
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