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Juli 08, 2017 Manuela Vogt Nagetiere 0
Die Zahnabnutzung bei Kaninchen kann bei falscher Fütterung, aber auch bei genetisch bedingten Zahnfehlstellungen zum Problem werden.
Kaninchen haben 28 Zähne, die Probleme bereiten können. Die Zähne sind wurzeloffen und wachsen ein ganzes Kaninchenleben nach. Etwa 1-3 mm im Monat wachsen Kaninchenzähne, bei älteren Tieren wachsen sie etwas schneller als bei jüngeren und die unteren Backenzähne wachsen etwas mehr als andere Zähne.
Damit die Zähne nicht zu lang werden, müssen sie durch Mahlbewegungen beim Kauen abgeschliffen werden. Passiert dies nicht, werden die Zähne immer länger und wachsen im Bogen irgendwann durch die Mundschleimhaut. Auch die Hakenbildung kann ein Problem werden. Durch minimale Zahnfehlstellungen kann es passieren, dass die Zähne ungleichmäßig abgenutzt werden. Es entstehen scharfe Kanten und Spitzen, die zu Verletzungen im Maul führen können.
Beim Kauen schleifen die Zähne aneinander, was den Hauptanteil der Abnutzung ausmacht. Verstärkt wird das Abschmirgeln des Zahnschmelzes durch silicatreiche Nahrung, die lange gekaut werden muss. Dazu gehören frische Gräser und Kräuter.
Hartes Brot, Trockengemüse, Trockenobst und Ähnliches sind zwar hart, niemals aber so hart wie der Zahnschmelz. Dass sie beim Zahnabrieb helfen, stimmt daher nicht. Im Gegenteil. Diese energiereichen Futtermittel machen schnell satt und führen so dazu, dass Kaninchen eine geringere Menge fressen und eine geringere Zeit kauen.
Diese Zeit der Kaubewegungen ist jedoch ausschlaggebend. Je länger Kaninchen etwas kauen, umso mehr werden ihre Zähne abgenutzt. Eine logische Schlussfolgerung wäre nun, überwiegend Heu zu füttern. Heu ist aber kein Alleinfutter für Kaninchen und die Tiere bevorzugen auch das frische Grün.
Als Kaninchenhalter sollten wir deshalb dafür sorgen, dass Grünfutter von draußen, also Gräser und Kräuter, zur freien Verfügung stehen. Sie enthalten in frischer Form mehr Kieselsäure als getrocknete Pflanzen. Kieselsäure ist ein Inhaltsstoff, der härter als Zahnschmelz ist und damit der einzige, der die Zahnabnutzung bei Kaninchen unterstützt. Kaninchen, die draußen leben und in ihrem Gehege einen natürlichen Pflanzenwuchs haben, nehmen außerdem beim Fressen Sand und kleine Steinchen auf, die ebenfalls die Kaninchenzähne abnutzen.
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