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Jan. 10, 2016 Manuela Vogt Nagetiere 0
Degus sind sehr soziale Tiere. Wenn aber ein fremdes Tier in eine Degugruppe integriert werden soll, kann es zu Problemen kommen. Um Streitigkeiten zu vermeiden, empfehlen wir, sich an folgende Anleitung zur Deguvergesellschaftung zu halten.
Wichtig ist, dass ausreichend Platz für alle da ist. Mit dem Einzug eines neuen Degus sollten die Haltungsvoraussetzungen noch einmal überdacht und gegebenenfalls ein größerer Käfig angeschafft werden.
Der Degu-Käfig wird nun zunächst gründlich gesäubert und mit einem doppelten Trenngitter versehen, das den Käfig in zwei etwa gleich große Bereiche teilt. Das Doppelgitter ist wichtig, um zu vermeiden, dass sich die Tiere durch das Gitter beißen und verletzen. Jeder Käfigbereich wird mit allen benötigten Gegenständen wie Häuschen, Schüsseln und einem Sandbad eingerichtet.
Die folgende Anleitung kann auch funktionieren, wenn die Tiere bereits zuvor zusammengesetzt wurden und sich dann gebissen haben. Die Dauer dieser Vergesellschaftung kann einige Tage, manchmal aber auch ein paar Wochen dauern. Während dieser Zeit sollte der Käfig nur minimal gereinigt werden, weil der Geruch eine ganz wichtige Rolle spielt. Wenn es gar nicht anders geht, können ganz stark verschmutzte Toilettenecken grob entfernt werden. Wenn möglich, sollte darauf aber verzichtet werden.
Die bisherige Degugruppe wird in einen der abgetrennten Käfigbereiche gesetzt, der einzelne, neue Degu in den anderen Bereich. Dabei sollten die Tiere zunächst beobachtet werden. Etwas Aufregung ist in Ordnung. Wirken sie aber völlig gestresst und kommen gar nicht mehr zur Ruhe, wird das Gitter zunächst mit einem Brett, besser noch mit einem vorgehängten Tuch blickdicht gemacht. Nach ein paar Tagen haben sie sich an den fremden Geruch gewöhnt und das Tuch kann wieder entfernt werden.
Ist etwas Ruhe eingekehrt, werden die Sandbäder getauscht, am besten täglich. Auf diese Weise nimmt das fremde Tier nach und nach den Gruppengeruch an. Das sollte mindestens ein bis zwei Wochen durchgeführt werden. Bei Männchen eher etwas länger als bei Weibchen.
Im nächsten Schritt wechseln Degus ihre Käfigseiten, ebenfalls möglichst täglich. So wird das fremde Tier mit der Zeit ein Teil der Gruppe, wenn auch zunächst nur geruchlich.
Ziel ist es, die Tiere zusammen zu setzen. Ob es soweit ist, erkennt man als Halter daran, dass die Tiere durch das Gitter ruhig Kontakt miteinander aufnehmen und miteinander zwitschern. Ist es sogar so, dass sich einige der Degus an das Gitter legen und dort sogar schlafen, ist das fremde Degu bereits integriert und man kann es wagen, die Degus zu vergesellschgaften.
Für das Zusammenlassen sollte ein dicker Handschuh bereit liegen, um notfalls eingreifen zu können, ohne selbst verletzt zu werden. Dann wird das Gitter entfernt.
Möglicherweise verläuft alles ganz friedlich als würde das neue schon immer dazugehören. Vor allem bei Männchen sind aber Kämpfe wahrscheinlicher, in denen geboxt, mit den Zähnen geknirscht und gebissen wird. Eingreifen sollte man nur, wenn das neue Tier ununterbrochen gejagt wird, bei Beißereien gezielt in die Kehle gebissen wird oder Blut fließt. Das ist meist dann der Fall, wenn das neue Tier ein Männchen ist, das sich nicht unterordnen will. In diesem Fall trennt man die Gruppe wieder und beginnt von vorn, denn einmal gebissen bedeutet bei Degus nicht, dass eine spätere Vergesellschaftung nicht mehr möglich ist.
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