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Nov. 18, 2013 Redaktion Aquaristik, Fische 0
Der Scheibenbarsch schwamm bereits um 1900 in deutschen Aquarien. Mit seiner hochrückigen Körperform, den dunklen, schmalen Querstreifen auf silbrigem Untergrund und seinem ruhigen Wesen gleicht er entfernt einem Skalar und so wurde er damals auch etwas abwertend Arbeiterskalar genannt. Dann wurde er ebenso wie der Diamantbarsch, der Zwergschwarzbarsch und andere Kaltwasserfische Nordamerikas zunehmend von tropischen Warmwasserfischen verdrängt.
Seit einigen Jahren gelangen neue nordamerikanische Fischarten mit solch klangvollen Namen wie Rainbow, Yellwofin oder Tallapoosa Shiner auf den deutschen Markt. Es hat ein regelrechter Hype auf diese schrillbunten, neonfarbenen Fische eingesetzt. Damit ist auch das Interesse an Sonnenbarsche wieder erwacht. Und während man bei diesen Rainbow Shiner, Minnows und Chubs nie ganz sicher ist, ob die Fische dann auch im eigenen Gartenteich ihre Farben zeigen oder stattdessen nur silbrig-graue, unscheinbare „Mäuschen“ bleiben, sind Sonnenbarsche garantiert farbecht. Mit ihrer Farbenpracht stechen sie jeden einheimischen Fisch aus – allen voran der Großohr-Sonnenbarsch mit türkisblauen Punkten auf leuchtend rotem Untergrund.
Abgesehen davon zeigen Sonnenbarsche auch ein interessantes Verhaltensrepertoire. Ähnlich wie bei unseren einheimischen Stichlingen betreiben auch bei den Sonnenbarschen die Männchen die Brutpflege. Besonders gut lässt sich dies bei kleineren Arten wie den Diamantbarschen und dem Scheibenbarsch beobachten, denn man kann sie pärchenweise bereits in einem kleinen Miniteich pflegen und zum Ablaichen bringen. Alle Arten sind auf sauberes, sauerstoffreiches Wasser angewiesen und reagieren empfindlich auf sprunghafte Veränderungen der Wasserwerte besonders wichtig ist ein stabiler pH-Wert 7.
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Während man die Jungfische teilweise auch mit feinem Staubfutter aufpeppeln kann, wird man mit handelsüblichem Zierfisch-Trockenfutter bei den erwachsenen Sonnenbarschen kein Glück haben. Sie bevorzugen Anflugnahrung, Insektenlarven, Wasserschnecken und andere Wirbellose und erbeuten gelegentlich auch kleinere Fische. Obwohl der Gemeine Sonnenbarsch und der Grüne Sonnenbarsch auch in deutschen Gewässern mehr oder weniger absichtlich ausgewildert wurden und sich in der Oberrheinebene einige Populationen seit Jahren behaupten können, sind die meisten Sonnenbarsche nicht völlig winterhart.
Um kein Risiko einzugehen, quartiert man sie während der kalten Jahreszeit in ein Aquarium um oder verfrachtet sie mitsamt dem Miniteich in den unbeheizten Wintergarten. Sie brauchen kühlere Wintertemperaturen, je nach Art, zwischen 8 und 15C, um die Fortpflanzung im darauffolgenden Frühjahr zu stimulieren.
Eine Sonderstellung nimmt der Zwergschwarzbarsch ein. Er wurde zusammen mit anderen Schwarzbarscharten vor einigen Jahren in eine eigene Familie gestellt, da sie sich mit ihrer lang gestreckten, schlanken Körperform und in ihrem Fortpflanzungsverhalten deutlich von den eigentlichen Sonnenbarschen unterscheiden. Besonders auffällig ist ihr Fortbewegung, wenn sie mit Hilfe ihrer kräftigen Brustflossen über den sandigen Untergrund regelrecht watscheln.
Im Gartenteich-Ratgeber werden alle neun Arten, die für eine Pflege im Gartenteich infrage kommen, in Wort und Bild vorgestellt mit detaillierten Angaben zu Herkunft, Form und Färbung, Verhalten und den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Pflege und Zucht.
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