Zuletzt aktualisiert September 25th, 2023 9:41 PM
Juli 15, 2013 Redaktion Exoten 0
Manche mögen wir, an anderen reiben wir uns. Wobei das Wissen um diese Neuankömmlinge, zumal bei Laien, oftmals begrenzt ist …
Tatsächlich wissen heute viele nicht mehr, dass der possierliche Waschbär einst ausgesetzt wurde und somit, genau genommen, nichts weiter als eine „Verfälschung“ unserer heimischen Natur ist. Doch längst leben große und kleine Exoten mitten unter uns, wie auch auf VOX und bei „hundkatzemaus“ bereits mehrfach thematisiert wurde. Denn hier konnten wir erleben, wie Dr. Matthias Reinschmidt, der Kurator des Loro Parque in Puerto de la Cruz auf Teneriffa, afrikanische Halsbandsittiche just in der Innenstadt Heidelbergs ( http://www.heidelberg.de ) gefilmt hat, währenddessen Moderatorin Diana Eichhorn wildlebenden Guppys auf der Spur war:
Denn längst findet sich der südamerikanische Millionenfisch auch in zahlreichen deutschen Bächen und Tümpeln. Und macht seinem Namen alle Ehre. Denn jene Fischlein, die einst von ihren Haltern ausgesetzt wurden, können sich auch hierzulande offensichtlich problemlos vermehren, wobei lediglich – Tarnung muss in freier Wildbahn nun mal sein (!) -, die prächtige Färbung der Stammtiere allmählich ausgemerzt wird.
Möglich macht diese Invasion auch und gerade die Aufheizung vieler Bäche und Flüsse durch Industrieabwässer. Eine thermische Umweltverschmutzung, die im Einleitungsbereich oftmals zu konstant warmen Temperaturen „jenseits“ der 24 Grad führt. Kein Wunder, dass sich hier auch exotische und wärmebedürftige Tierarten dann sichtlich wohl fühlen und prächtig vermehren!
Wobei der Schaden, den manche Arten anrichten, durchaus immens ist. So breitet sich, dem BUND zufolge, der amerikanische Ochsenfrosch auch hierzulande rasant aus: „Aufgrund seiner enormen Größe verspeist er auch Fische, Regenwürmer, Schnecken und sogar die eigenen Artgenossen!“ Und verdrängt zunehmend heimische Arten, da der Ochsenfrosch bei uns, im Gegensatz zu den Staaten, kaum natürliche Feinde hat.
Doch auch die Sittiche und andere exotische Vögel könn(t)en zu einem Problem werden. So hat in Heidelberg die Dämmschicht vieler Häuser unter den nagenden und Höhlen bauenden Halsbandsittichen sehr zu leiden. Sueddeutsche.de sprach (http://www.sueddeutsche.de/wissen/halsbandsittiche-in-deutschland-invasion-der-gruenen-papageien-1.1244859) in diesem Zusammenhang daher schon einmal von einer „Invasion der grünen Papageien“, von giftgrünen Nachfahren entflohener Käfigtiere, die heute bereits zu Tausenden in der Rheinebene hausen. Manche Biologen wollen diese Neozoen daher in freier Wildbahn so schnell wie möglich wieder loswerden … denn die können nicht nur unseren Gärten und Häuser zusetzen. So betrachten nicht nur Klein- und Hobbygärtner, sondern auch Naturschützer die Spanische Wegschnecke mit durchaus gemischten Gefühlen: „Ökologisch bedenklich ist das Verdrängen der einheimischen Schwarzen Wegschnecke durch diese spanische Variante“, mahnt (http://www.bund.net/themen_und_projekte/biologische_vielfalt/naturschutz/invasive_arten/neozoen) der BUND und sieht mit Sorge, dass die spanischen Nimmersatte durch einen aggressiven Schleim besonders gut vor Fressfeinden geschützt sind.
Wie diese Neoankömmlinge nach Deutschland gelangt sind, lässt sich im Nachhinein dann oftmals nicht mehr klären. Manche, wie die asiatischen Marienkäfer, wurden einst, quasi mit menschlicher Zustimmung, zur Schädlingsbekämpfung ausgesetzt (verdrängen nun jedoch heimische Arten!), während die Spanische Wegschnecke wohl als „blinder Passagier“, mit Obst- und Gemüselieferungen, zu uns nach Deutschland gelangt sind. Wobei auch viele Tierfreunde, die ihre Pfleglinge einfach aussetzen, zur Verschärfung der Problematik beitragen. Denn längst bildet auch die Schmuckschildkröte in Deutschland (wo sie nun mal nichts zu suchen hat!) stabile Populationen.
Andere Exoten, wie ausgesetzte Schlangen (oftmals Albinos, die in freier Wildbahn nie eine Chance haben), gehen dagegen jämmerlich zu Grunde. Und nur selten können die gewissenlosen Halter aufgespürt werden. Ein Grund mehr, sich vor der Anschaffung eines jeden Haustieres, und sei es auch „nur“ eine Schlange oder ein Frosch, eingehend zu informieren. Denn wer ein Tier anschafft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er damit für die nächsten Jahre, manchmal gar Jahrzehnte, Verantwortung übernimmt. Eine Verantwortung, die nicht, wenn die anfängliche Begeisterung verfolgen ist, auf Kosten der Allgemeinheit und Umwelt irgendwo in der Natur „entsorgt“ werden darf!
Copyright by Peter Hoffmann
Sep. 25, 2023 24
Dez. 01, 2022 1.750
Sep. 27, 2021 441
Sep. 27, 2021 724