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Aug. 01, 2013 Redaktion Fische 0
Unter all den Familien und Gattungen, die das Reich der Welse ausmachen, hätten nur vergleichsweise wenige Einzug in unsere Aquarien gehalten, hieß es in „Kleine Zierfischkunde“ (Tetra Verlag), die seinerzeit von Dr. Ulrich Baensch verfasst wurde …
Nun, seitdem, seit den 70 er Jahren, sind weitere Welse als Aquarienbewohner entdeckt worden. Schon damals in den Becken der Händler allgegenwärtig waren freilich die Panzerwelse, lebhafte kleine Gesellen, die emsig am Boden umherwuseln und damit ein jedes Gesellschaftsaquarium aufwerten.
Wobei freilich schon Dr. Baensch davor warnte, dass nicht jeder Wels automatisch für ein Becken mit einer Vielzahl von Bewohnern gemacht ist: „In einem Fischmischbecken mit ein- oder zweimal Futter täglich geht es den Welsen nicht gut!“ Vor allem warnte der Experte davor, dass sich Welse an allzu hartem und scharfkantigem Kies leicht ihre empfindlichen Barteln (die der Fisch als Tastorgan benötigt) ruinieren und auch beim Füttern häufig zu kurz kommen.
Panzerwelse indes werden, in der Regel, auch in Gesellschaftsbecken gut klar kommen. Jedenfalls dann, wenn wir ihnen auch sandige Areale zum Schnobern (ja, Fische haben durchaus einen Geruchssinn und können auch Geräusche wahrnehmen bzw. mittels Lauten kommunizieren) und Gründeln anbieten. Zudem gibt es heute spezielles Welsfutter, das rasch zum Boden absinkt, so dass auch jene, die in den „unteren Stockwerken“ des Aquariums leben, ausreichend versorgt werden!
Reine „Staubsauger“, die den Boden des Beckens sauber halten und von Abfall leben (können), sind nämlich auch die Panzerwelse mitnichten. Dafür werden die kleineren Arten, die nur 3 bis 4 Zentimeter groß werden, auch mit 40 oder 60 Liter Becken gut klar kommen. Dennoch hält man die Tiere auch hier in Trupps, da Panzerwelse, als gesellige Tiere, am liebsten mit ihresgleichen umherziehen.
Empfohlen werden meist Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad Celsius und ein pH-Wert im Bereich von 6,0 bis 8,0. Die Härte sollte dann unter 25° dGH liegen. Panzerwelse werden also mit den Gegebenheiten der meisten Gesellschaftsbecken und dessen Standardtemperatur von 26 Grad zufrieden sein. Vergesellschaften lassen sich die Tiere zum Beispiel mit Salmlern, aber auch mit friedlicheren Buntbarschen, etwa Skalaren. Die Mitbewohner haben von den arglosen Panzerwelsen kaum etwas zu befürchten; es geht also eher darum, dass die Mitinsassen nicht auf Wels-Filet stehen und ihrerseits auf die Gepanzerten Jagd machen!
Neben Trocken- kommt natürlich auch Frostfutter als Welsnahrung in Betracht. Zudem wird die wuselnde Schar beim Verfüttern von Tubifex außer Rand und Band sein. Ob man überhaupt Lebendfutter, und wenn, dann gerade Tubifex wählt, ist natürlich ein Thema, das in Aquarianerkreisen stets heftig und auch sehr kontrovers diskutiert wird. Die einen schwören auf die Abwechslung und darauf, dass der Jagdinstinkt der Tiere beim Verfüttern einer zappelnden Beute geweckt wird. Andere sehen dagegen die Gefahr, dass mit Lebendfutter Keime und Krankheitserreger eingeschleppt werden.
Panzerwelse sind niedliche kleine Kobolde und ein Hingucker in jedem Aquarium. Bereits ihre Körperform mit der abgeflachten Bauchpartie verrät uns, dass wir es hier mit typischen Bodenbewohnern zu tun haben!
Copyright by Peter Hoffmann
Foto: Peter Hoffmann
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